Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

Der Kyrill-Faktor

Posted by Florian - 26. Januar 2007

Ich wurde gewarnt. Ich kann nicht sagen, dass ich nicht gewarnt wurde. Es würde ein Orkan kommen. Aber was heißt das schon?

Um 14:00 Uhr war draußen noch alles normal. Es zog ein Wind, aber der war nicht ungewöhnlich. Gegen 15:00 Uhr hätte ich lesen können, dass erste Bahnverbindungen zusammengebrochen sind. Gegen 17:00 Uhr habe ich dann wie gewohnt die Arbeit verlassen und bin den Weg nach Hause angetreten.

Am Hauptbahnhof in Düsseldorf habe ich um 17:20 Uhr dann nicht nur meinen Kollegen getroffen, der früher ging als ich, sondern noch ungefähr 800 bis 1000 andere Personen. Sie liefen wild durcheinander, starrten auf die große Anzeige im Foyer, kamen vom Gleis oder standen am Service Point. Spätestens da war mir klar: Ich wurde gewarnt.

komplettes Chaos In diesem Chaos gingen wir erstmal herrlich was schlemmen bei Micky D., wo ich auf unseren Bundestrainer Joachim Löw traf. Wenn Ballack dafür Werbung macht, darf Jogi auch einen Burger futtern. Überrascht sah ich ihn nur an mir vorbeigehen. Warum soll der’s denn besser haben. Gut, Bahn fährt halt nicht; rufen wir jemanden an, der uns fahren kann.

Nix gehtBald traf ich auf die nächste Kollegin und wir warteten auf das rettende Auto. Zwischenzeitlich im Chaos Durchsagen, die man kaum verstand: Alles stillgelegt… Bahn XY fährt gleich ab… Sicherheitshinweis…

Der letzte ZugDas Auto kam nicht. Die Autobahn war zu. Autos, Bäume, Büsche, Regen. Eigentlich ging gar nichts. Dann kam doch noch eine letzte S-Bahn. Komplett überlaufenes Gleis, meine Kollegen schaffen es noch in die Bahn, ich wurde durch einen Anruf abgelenkt. Meine Freundin konnte endlich durchkommen, das Telefonnetz war komplett überlastet. Ich schildere ihr die Lage und sie betone nochmal: Ich wurde gewarnt.

Am Bahnhof zu warten hat irgendwann keinen Spaß gemacht. Alternative? Taxi gab’s nicht mehr, Hotels waren ausgebucht und haben die Preise angezogen. Ich beschloß zur Arbeit zu fahren, da dort Strom, Wärme und Internet vorhanden ist. Straßenbahn fuhren ja noch. Auf dem Weg wurde ich noch fast von einem Blumentopf erschlagen. Ein Klassiker aus der Klamotte. Durch meinen DVB-T-Empfänger habe ich dann erfahren, dass die Bahnen um vier Uhr früh wieder fahren sollten.

Meine Kollegen kamen mich kurz danach auch besuchen — die Bahn fuhr nur noch zwei Haltestellen, dann wurde der gesamte Bahnbetrieb eingestellt. Restlos. Wir schauten CSI, Bones und Tennis. Gegen fünf Uhr fuhr die erste Straßenbahn, am Bahnhof ging immer noch nichts. Unregelmäßiger Verkehr war erst am Vormittag wieder zu erwarten, zwei Tage später fuhren immer noch nicht alle S-Bahn-Linien. Aber schließlich konnten wir uns ein Taxi nach Hause nehme. Wir wurden gewarnt.

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