Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

Stefan Raab too white and nerdy

Posted by Florian - 14. Februar 2007

Gestern habe ich durch Zufall zu Stefan Raab gezappt und blieb hängen als er Werbung für Segway gemacht hat. Jetzt macht Stefan nicht nur Werbung für seine eigenen Projekte (demnächst wird wieder geboxt), sondern lässt sich auch von Firmen die Sendezeit ausstatten. Ich gehe auch davon aus, dass die Firma sich in irgendeiner Form erkenntlich gezeigt hat, damit ihr Produkt gezeigt wird. Wer GEZ-Gebühren bezahlt hat, darf sich übrigens auch die Promotion im ZDF anschauen, die eine Woche zuvor lief.



Segway, was ist das. Ich kenne es aus dem Musikvideo von Weird Al Yankovics „White & Nerdy“, in dem er alle Vorurteile über Nerds (etwa „Computerfreak“, „Schwachkopf“) herausstellt und noch toppt. Segway ist eine kleine amerikanische Firma, die Spielzeuge für Erwachsene herstellt. Es ist eine „Gehhilfe“ im weiteren Sinn. Eine kleine Plattform mit einer Stange, die Ähnlichkeit mit einer Sackkarre hat, nimmt die Gewichtsverlagerung der Person auf, die auf ihr steht. Dadurch kann man sich intuitiv fortbewegen.

Spielzeug, Erwachsene? Spielzeug, weil das Teil arschteuer ist. Um die 7.000 bis 8.000 Euro darf man dafür rechnen, es gibt die Sackkarre in ungefähr drei Geschmacksarten: Normal, All-Terrain und Golf. Langsam erkennt man auch die Zielgruppe. Man braucht es nicht, da es im Grunde nur das Laufen abnimmt, es ist schweineteuer und man kann damit golfen.

OK, gut. Die Zielgruppe deckt sich in etwa auch mit der von Stefan Raab. Der Zuschaueranteil der Yuppies und gutverdienenden mitt-fünfziger ist sehr groß… nicht. Wenn also die 20jährigen Studenten den Karren nicht kaufen können (auch Leasing für 250 Euro ist möglich), warum kommt Segway zu Raab?

Zum einen weil es ein witziges Gerät ist, zum zweiten kann man in kleiner Schrift ganz unten auf der Segway-Webseite sehen, dass man die Straßenzulassung (Zitat: „Strassenzulassung“) empfiehlt. In anderen Worten: Segway hat ein paar zehntausend Euro investiert und die Polizei im Saarland mit den Kisten ausgestattet um denen dann eine Markterweiterung in den Mund zu legen. Wie schlimm sieht das denn aus? Polizist auf Segway.

Ich fasse nochmal zusammen: Das Teil ist für gelangweilte Besserverdiener, die nicht laufen wollen. Es gibt keine Straßenzulassung, weswegen man damit bestenfalls golfen kann wenn die Wohnung nicht groß genug ist um dort zu fahren. Und Segway versucht sich durch Promotion und Einflußnahme in den verschiedensten Marklücken auf dem deutschen Sektor zu etablieren. Habe ich das jetzt richtig verstanden?

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