Ich bin krank

Zurzeit liege ich zu Hause entweder auf der ausgezogenen Couch oder im Bett. Der Arzt hat mich mit grippalem Infekt (der nette Name für „Erkältung“) krank geschrieben. Und ich verstehe gar nicht, warum manche Leute Drogen nehmen. Den Zustand kann man so leicht selbst herstellen.

Allerdings wache ich mit Vorliebe um drei Uhr nachts auf und wundere mich, wie ich hier hin gekommen bin und warum die Uhr auf drei steht. Wie „Täglich grüßt das Murmeltier“, nur ohne „I Love You, Babe“. Ich bekomme dann einen trockenen Mund und trinke zwei Flaschen Wasser auf Ex und schaue 3sat bis ich wieder schlafen kann.

In der Nach darauf habe ich erst etwas wildes geträumt. Eine Sinuskurve. Weiß auf schwarzem Grund. Ich kuschele mich an meine Freundin, die mich auch nicht wärmen kann. Ich friere. Und sitze draußen. Im Sandkasten spiele ich mit Bauklötzen. Ich stapele die nicht suber übereinander und denke über einen Algorithmus nach, mit dem ich die Steine in Annäherung an Winkel und Ausrichtung mit einem Programm in die richtige Form bringen kann. Kurz darauf wache ich auf und friere immer noch, obwohl ich eine dicke Decke über mir und die Raumtemperatur nahe der zwanzig Grad habe. Nach einer flüssigen Saune (Erkältungsbad) geht’s weiter in den nächsten Fiebertraum.

Wir sind dazu übergegangen, die Flaschen zu kennzeichnen, an denen ich getrunken habe. Es macht eigentlich keinen Unterschied, da ich früher oder später ohnehin alle austrinke. Wo geht das ganze Wasser hin? Je mehr ich darüber nachdenke, möchte ich es gar nicht so genau wissen.

Mein Kater meidet mich. Obwohl das faule Vieh den halben Tag pennt und in der anderen Hälfte das Essen einfordert, scheine ihm nicht Geheuer zu sein. Wahrscheinlich riecht er, dass ich krank bin. Ob kranke Tiere in seiner Gruppe ausgegrenzt und getötet werden? Sind wir Menschen anders?

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