GMail kann IMAP

Nachdem die Speicherkapazität von GMail erhöht wurde, der nächste Schritt: IMAP-Unterstützung. Beim Abfruf von Mail-Accounts gibt es zwei Standards: POP und IMAP. Der Unterschied ist, dass es bei IMAP u.a. auch Ordnerstrukturen gibt, wobei POP nur eine Inbox kennt.

Aber was bringt IMAP wenn GMail gar keine Ordner unterstützt? Sie sind im Design explizit ausgeschlossen. Die Antwort ist einfach: Die Labels sind als Ordner in IMAP dargestellt. Label definiert man selbst und kann sie den einzelnen Mails zuweisen, ähnlich wie Tags bei Flickr oder Blogs. Wenn meine Mail die Keywords (Labels) „ebay“, „Bestellung“ und „todo“ enthält, ist sie in allen drei Ordnern vorhanden.

Dazu gibt es noch den gewohnten Posteingang und einen System-Ordner „Google-Mail“. Dieser enthält dann den Abfalleimer, versendete Nachrichten, Spam und mit Stern markierte Mails. Eine „Archivierung“ (entfernen aus der Inbox ohne zu löschen) ist mit Thunderbird nicht ohne weiteres möglich. Eine Mail wird in Trash verschoben, im Web ist dann ein neues Keyword „[Imap]/Trash“ vorhanden. Statt aus der Inbox zu löschen, muss man die Mail nach „[Google-Mail]/All Mail“ verschieben.

Man verliert zwar die im Web liebgewonnene Konversationen-Ansicht, aber die IMAP-Unterstützung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Damit können auch Mobiltelefone unterstützt werden, die auf Windows Mobile laufen oder keine (gute) Java-Unterstützung haben.

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Flock 1.0 beta (Release Candidate 3)

Wer Flock noch gar nicht kennt, möchte sich zuerst meinen früheren Blog-Eintrag durchlesen, oder zumindest das Update auf Flock 0.9. Ich arbeite nun also schon mehr als ein halbes Jahr mit Flock und liebe ihn.

Zum technischen Hintergrund: Flock ist eine Weiterentwicklung von Firefox von einer anderen Firma. Flock ist als „social browser“ darauf ausgelegt, dass man alle seine Accounts dort vereint, pflegt und bearbeitet. Blogging ist direkt eingebaut, Upload zu Flickr, man kann Bookmarks bei del.icio.us.

Auch ein Feature, was ich gerne nutze, ist das Web Clipboard. Links, Texte, Bilder kann man dort ablegen und wie Bookmarks speichern. Wenn man eine Website mag, muss man sie nicht in die Favoriten eintragen, man sternt sie einfach. Sie taucht dann auch der zentralen Webseite des Browsers „My World“ auf. Dort hat man auch Überblick über alle abonnierten RSS-Feeds.

Die eingebaute Websuchleiste ist nichts Neues. Allerdings durchsucht sie auch Browser-History, Favoriten, etc.

Was hat sich getan zur Version 1.0 RC3? Hauptsächlich ist die „My World“-Seite schöner geworden. Man kann jetzt seine Freunde beobachten und sieht, wann sie zuletzt etwas bei Flickr, YouTube und Co. eingestellt haben, genauso wie die Feeds.

Es gibt eine neue People-Leiste, die alle Kontakte anzeigt. Das ist erstmal wichtig für Facebook-Mitglieder, was jetzt auch unterstützt wird. Genauso auch Twitter. Bei Medien-Diensten unterstützt man neben Flickr, Photobucket jetzt auch Piczo.

Negativ bei der neuesten Version ist, dass man sich immer noch sehr zentral auf den US-Markt fokussiert. Das stört mich bei Diensten weniger als dass die Lokalisierung nicht vorhanden ist. Wenn man eine deutsche Version sucht, bekommt man eine 6 Monate alte. Ein deutschtes Wörterbuch zur Rechtschreibkontrolle muss man nach jedem Update wieder neu installieren, obwohl es sich nicht ändert; es wird regelmäßig vom Kompatibilitäts-Checker gelöscht. Nicht schön!

Auch meine Probleme mit WordPress sind seltsam. „Wenn ich den kompletten Umfang von Flock nutzen möchte, muss ich mich nochmal neu einloggen.“ Wieso das jedes mal? Der Funktionsumfang ist nicht beschnitten, dafür gibt es die Warnung jedes mal wenn ich weiter im Blog blättere.

Von den schlechten Seiten abgesehen bleibt ein kostenloser Begleiter übrig, der einem das Bloggen einfach macht und alle Bookmarks smart verwaltet. So weit muss Firefox erstmal kommen.

Google bietet über vier Gigabyte für Mails

GMail hat eine neue Runde beim Speichercounter eingeleutet. Vor einem Monat hatte ich noch konstant 2,8 Gigabyte, jetzt zählt die Uhr 4333 MB und soll bis Anfang 2008 auf 6 GB stehen.

Zeit für ein kleines Fazit meiner Nutzung. Ich finde es sehr praktisch, dass ich überall auf meine Mails zugreifen kann. Dabei ist es egal ob am Firmenrechner, Handy oder im Internetcafe. Der Status der Mails wird nahezu in Echtzeit angeglichen. Wenn ich also gleichzeitig im Arbeitszimmer und im Wohnzimmer auf der Wii im Postfach bin, sind im Arbeitszimmer die Mails „gelesen“ markiert, die ich im Wohnzimmer lese.

Die Organisation in Keywords (Labels) ist gewöhnungsbedürftig. Ich denke noch zu sehr in Ordnern. Auch ist es zu schnell passiert, dass die Inbox einfach mal voll läuft. Soll ich die Mail löschen oder archivieren? Die Frage soll ja nach Google erst gar nicht gestellt sein, da genug Platz ist.

Damit kommen wir lückenlos zum zweiten Argument: der Suche. Die Suche ist zwar gut im Hinblick auf Text und Inhalt, aber wenn ich einen speziellen Status mit einem umgrenzten Zeitraum suche, wird es schwierig. Eine mit „Stern“ versehene E-Mail von Anfang März von Frank, die einen Anhang hat, diese Anfrage bedarf einiges an Hilfe-Seiten-Studium. Und greift dann doch nicht, da ich eine andere Mail in der Konversation gesternt habe.

Das führt mich zu den Konversationen, die ich sehr gut finde! Alle Mail mit einem vergleichbaren Betreff werden gruppiert und man sieht alle Beteiligten in der Übersicht. In der Detail-Ansicht sieht man den gesamten Verlauf untereinander, kann einzelne Mails aus- und wieder einblenden. Bei neuen Nachrichten sind alte automatisch ausgeblendet.

Auch die Benutzerführung, die mithilfe von AJAX realisiert ist, funktioniert erstaunlich schnell und intuitiv. Ein Manko ist leider nach wie vor die unklare Rechtslage bezüglich Datenschutz, da meine Daten Googles Kapital darstellen, das sie in Werbebanner investieren. Für vertrauliche und geschäftliche Mails sollte man sich möglicherweise einen anderen Anbieter suchen.