Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Lieber / Liebes Blog!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ein Jahr hast du jetzt schon in dieser dunklen, fiesen Internetwelt überlebt. Und von den Klickraten hast du dich nett gemacht. Viel Erfolg für’s nächste Jahr.

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Sach mal, merkst du noch was?

Manchmal dauert es seine Zeit bis man eine gewisse Reife erlangt hat. Oder den Standpunkt des anderen versteht. Oder einen Fehler einsieht. Manchmal passiert es aber auch gar nicht. Es kann aber auch vorkommen, dass es einfach nur verdammt lange dauert.

Zwölf Tage, zum Beispiel, kann es dauern, bis ein B- bis C-Prominenter für die Quote eine TV-Show verlassen muss. DJ Tomekk hat vor dem Einzug ins Dschungel-Camp im Hotel in Australien die erste Strophe des Deutschlandlieds gesungen, wobei er auf der Stelle marschiert ist und die rechte Hand zum Hitlergruß erhoben hat. Die unwirkliche Szene endet mit dem Kommentar: „So viele Ausländer hier im Haus“. (BILD, BILDblog, tazblog) Es ist schwer zu glauben, dass diese Szenen gefilmt wurden ohne dass RTL es gemerkt hätte. Oder dass RTL diese Szenen erst 12 Tage nach dem Einzug gesehen hat. Oder dass es ein Skandal sein soll, dass jemand einen schlechten Witz oder eine unpassende Bemerkung gemacht hat. Um es mit einem unbestätigten Lübbke-Zitat zu sagen: „Meine Damen und Herren, liebe Neger.“

Manchmal dauert es allerdings auch mehrere Jahrhunderte bis man einen Fehler eingesteht. Wie bei der katholischen Kirche und Galileo Galilei bezüglich des Kopernikanischen Weltbilds. Galileo ist nicht nur eine Wissenssendung für geistig geforderte („Der perfekte Pfannkuchen“, „Würfel-Hotel“, „Bratwurst-Rutsche“) sondern war ein italienischer Naturwissenschaftler im 16. Jahrhundert. Er hat es sich damals mit der Kirche verscherzt, indem er das super-moderne Weltbild vertreten hat, dass die Welt keine Scheibe sondern rund ist, zusätzlich dreht sich die Erde um die Sonne und nicht umgekehrt.

Galilei wurde Opfer der Inquisition des Heiligen Offizium und musste seine Thesen verwerfen. Die katholische Kirche wollte nicht eingestehen, dass die Welt keine Scheibe ist. Die Gestirne haften wie Lichter an einer Art Käseglocke und die Sonne dreht sich um die Erde, die das Zentrum des Universums ist, Punkt. Das war 1633. Ein paar Jahre später (1979) ließ ein gewisser Papst Johannes Paul II. diesen Fall prüfen, indem er die Päpstliche Akademie der Wissenschaft mit der Aufklärung betraute. Wenig später kam man im Oktober 1992 dann zum Schluss: Galilei hatte vielleicht doch recht, ’schuldigung. Zwei Tage später wurde Galileo Galilei rehabilitiert. (wikipedia)

Am besten fand ich aber die Aussage von Sayyed Muhammad Hussein Fadlallahm, dem geistigen Oberhaupt der Schiiten im Libanon, die ich in der taz gelesen habe: „Eine muslimische Frau darf in Selbstverteidigung zurückschlagen, wenn sie von ihrem Mann geschlagen wird“. Ich will nicht behaupten, dass der Islam eine frauenfeindliche Kultur pflegt, aber diese Aussage ist für sich genommen revolutionär. Die vollkommen unislamische Schweiz hat selbst erst 1971 das Frauenwahlrecht eingeführt, also brauchen wir uns nicht über Frauenfeindlichkeit streiten. Es bedeutet, dass Frauen gleichberechtigt sind, ein Konzept wofür Generationen von Frauen in der westlichen Welt jahrzehntelang gekämpft haben. Es bedeutet, dass Gewalt gegen Frauen kein Tabuthema sein darf und verboten gehört. Und es bedeutet auch, dass Frauen Männer schlagen können und dürfen. Aber das weiß Stefan Raab schon länger.

Gute Provider, schlechte Provider (Teil 1): XXL war gestern

Es war im Jahre des Herrn 2006 als mir die Telekom einen netten Brief schrieb und mich darauf aufmerksam machte, dass mein Telefontarif bald nicht mehr existent sei. Ich hatte einen XXL-Tarif, mit dem an Wochenenden und bundesweiten Feiertagen Telefonate umsonst waren.

In der Zeit, da man noch mit einem Modem oder einer ISDN-Karte per Wählverbindung ins Internet ging und es noch keine Flatrates gab, die billig und einfach waren, ist das eine nette Alternative gewesen. Und ich konnte am Sonntag problemlos ein paar Stunden mit Stuttagart, Berlin oder Hamburg telefonieren.

Irgendwann rief dann eine Frau von der Telekom an und frage nett nach, ob wir nicht in einen viel besseren Tarif wechseln wollen. Gute Idee, sind doch die Grundgebühren immer der größte Punkt auf der Rechnung. Wir denken nochmal kurz drüber nach und möchten in einer Woche wieder angerufen werden.

Es gab keinen Anruf nach einer Woche. Oder in der Woche danach. Oder danach. Gut, dann also selbst flugs angerufen. Ich möchte den modernen Tarif mit Freiminuten und weniger Grundgebühr. Ja, bitte. Bitte, bitte. Gut, dann mal gewartet auf die Umstellung. Es kam keine Auftragsbestätigung, aber vielleicht hat sich was auf der Rechnung getan?

Auf der Rechnung hat sich nichts getan. Auf der Rechnung im nächsten Monat hat sich auch nichts getan. Danach hat sich etwas getan: Unser Tarif wurde offiziell von der Telekom abgeschafft und in XXL-Sunday migriert. Den wollte ich gerade nicht. Aber ich kann noch telefonieren. Und ich hab auch keine Lust mich mit der Telekom anzulegen. Also einfach so lassen. *seufz*

Das war zwischen November 2006 und Januar 2007.

Telekom, ich habe fertig!

Adios, Telekom, ich habe fertig! Meine Odyssee hat ein Ende. Alles fing an, dass ich Mitte letzten Jahres mein DSL von GMX/1&1 zur Telekom wechseln wollte um alles aus einer Hand zu haben und mein Telefontarif auch aktuellen Standards entspricht. Aus dieser Geschichte habe ich folgende Dinge gelernt:

  • Niemals wechseln, wenn es nicht unbedingt sein muss
  • Wer wechseln will, wird den Service verlieren; lückenlose Übernahme ist ein Ammenmärchen
  • Es wird schlimmer, bevor es besser wird
  • Die Menschen an der Hotline sind auch nur Menschen

Was habe ich gebraucht um zu solch einer Erkenntnis zu kommen? Nicht viel…

  • Zwei Monate kein Internet
  • Vier Tage kein Telefon
  • 6 Auftragsbestätigungen der Telekom
  • Zwei Einschreiben mit Rückschein mit Widersprüchen
  • Ein Einschreiben mit Rückschein an René Obermann wegen Beschwerden
  • Ein Brief an „Happy Digits“ wegen nicht gewünschter Kundenkarte
  • Eine Mail an die c’t-Redaktion, „Vorsicht Kunde!“
  • 12 Telefonate mit den Hotlines von Telekom und Arcor
  • 3 Besuche im T-Punkt und zwei im Arcor-Shop
  • Fünf Monate nur Spaß und Unterhaltung

Die gesamte Geschichte werde ich hier chronologisch aufbereiten. Im Prinzip ist es eine art Soap-Opera – man weiß nie ob die Story nicht weitergeht und ein totgeglaubter plötzlich wieder unter der Dusche auftaucht.