Deutschland im Schnee, alles kaputt

Bereits seit Anfang des Jahres wussten wir, dass der Winter in Deutschland einbrechen soll. Schauermärchen von 20 Grad Celsius unter Null. Wer soll das denn glauben? Pünktlich zum offiziellen Arbeitsbeginn am 5. Januar fing das Debakel an: 20 Zentimeter Neuschnee in Essen.

Die Straßen konnten nicht rechtzeitig von Schnee und Eis befreit werden. Also gab es keinen öffentlichen Personennahverkehr, keinen Bus und keine Straßenbahn. Kurzerhand bin ich dann zu Fuß zum Hauptbahnhof gelaufen, mit dem Auto zu fahren ist auch keine gute Idee bei dem Wetter. Am Straßenrand festgefahrene LKW. Auf dem Bürgersteig, der meist nur um Personenbreite geräumt war, kam man sich in Kolonnen entgegen. Ab und an gab es auch mutige, die mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Am Bahnhof das gewohnte Bild: Überforderte Bahnangestellte und verspätete Züge. Ich bin schließlich mit einem freigegebenen ICE gefahren, der doppelt so lange gebraucht hat. Alleine 30 Minuten stand der dämliche Zug vor Duisburg.

Einen Tag später gab’s dann die Krönung: Zuerst waren Anzeigen, dass die Züge 30, 60, 70, 90 Minuten Verspätung haben. Also habe ich einfach mal gewartet. Allerdings kamen keine Züge nach Düsseldorf, dazu waren die Stellwerke und Schienen vereist.

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Über die YouPorn’isierung der Gesellschaft

Ich arbeite in einer Firma, in der es gerade ziemlich spannend und interessant ist. Das kommt daher, dass wir eine andere Firma aufgekauft haben und auch Anteile an weiteren Unternehmen erworben haben. Star Wars würde sagen: „Ich spüre eine Erschütterung der Macht“. In Wirklichkeit regelt sich am Schluss alles von selbst. Da die Details dazu aber nur wenige Leute interessieren und auch einige Kollegen meinen Blog inzwischen kennen, soll das zur Einleitung reichen.

Porn
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Eigentlich wollte ich mir mehr Gedanken über die YouPorn’isierung der Gesellschaft machen. Was meine ich damit? Für Heranwachsende, Jugendliche und junge Erwachsene ist Porno im Internet so einfach zu bekommen wie für mich damals das Ysp mit Gimmick. Bis zu einem gewissen Alter hat man als Mensch keine gefestigte Meinung und glaubt auch alles, was man gesagt bekommt. Das ist auch gut so, ansonsten würden Eltern aussterben und die Industrie der Strick-Hersteller eine Konjunktur erleben.

Fügt man beides zusammen kommt man auf das Phänomen, das ich meine: Man sieht im Internet, dass Sex schnell, heftig und extrem ist. Oder sein muss. Sonst ist man… langweilig, out… was auch immer. Das ist ein extremes Beispiel, zugegeben. Wenn bei YouTube sich jemand auf einem Skateboard die Haxen bricht, gibt es mit Sicherheit auch Nachahmer. Bis zurück in die Zeiten des jungen Werther, in der es auch – der Überlieferung zufolge – zum Suizid erschreckend vieler Leser infolge der Identifikation mit der Hauptfigur gekommen ist.

Man kann es auch modern kurz sagen: Wir glauben was wir sehen.

Und wenn ich jetzt gerade in die Welt schaue, sehe ich, dass der Ölpreis sinkt „aufgrund der weltweiten Rezession„. Dann sehe ich, dass Staaten Billiarden an Geld als Sicherung der Banken bereitstellen. Das sind enorme Summen, die man nur noch mit dem Gegenwert vergleichen kann, was es in der realen Welt wert ist. Und in der Werbung schreit mich die Abgeltungsteuer an. Wenn ich dann, morgens am Sonntag, den Kaffee ausgetrunken habe und über mein Leben nachdenke, was soll ich dann glauben?

Fakt ist doch, dass das Geld nicht weg ist. Eine Binsenweisheit der Böse: Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders. Fakt ist auch, dass es alle Nase lang eine Blase gibt, die platzt. Erinnert sich keiner an die DotCom-Blase, in der Milliarden US-Dollar an Risikokapital in einen aufstrebenden Markt geflossen ist bis er geplatzt ist? NEMAX, nie gehört? Jetzt sind es Hypotheken, die faul sind und wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden. Warum holen wir nicht Peter Zwegat?

Ich habe mit Sicherheit nicht den Durchblick und möchte auch nicht die Welt erklären. Aber: Die Welt ist nicht so einfach wie wir lesen. Es gibt einen chaotischen Schmetterlingseffekt, der einen Zusammenhang zwischen Hypothekenkrise in den USA und einem Abschwung in Asien und damit einer Absenkung des Ölpreises bildet. Oder doch nicht? Die Information, die uns in den Zeitungen und dem Fernsehen präsentiert wird, ist doch häufig nichts weiter als ein ungeprüftes Alibi von Schwerverbrechern. Ob wir eine globale Erwärmung und Klimakatastrophe haben oder nicht liegt auch im Auge des Betrachters. Wer es nicht selbst beweisen kann, muss glauben was er liest.

Werdet euch darüber bewusst, dass Glauben nicht Wissen ist.

Allerdings möchte ich einige Glaubensbekenntnisse auch nicht aufgeben. Ich glaube, dass uns Umweltzonen so wenig bringen wie Rußpartikelfilter. Ich glaube auch, dass betriebliche Mitbestimmung das Management nicht ändern kann. Ich glaube auch, dass es uns nicht so schlecht geht wie wir uns das einreden. Und ich glaube, dass man nicht alles glauben darf. Denkt mal darüber nach.

Renovieren wir doch gleich alles

Es fing alles so harmlos an. Ich fürchte, gräßliche Sachen fangen immer harmlos an. Der zweite Weltkrieg fing mit Sicherheit auch harmlos an. Also, es fing an mit einem Schimmelfleck an einer Außenwand in der Küche. Nicht großartig schlimm, erher harmlos.

Der Vermieter hat sich nicht gerade darum gekümmert, wir auch nicht. Irgendwann war der Schimmelfleck nun so groß wie ein fünfjähriges Kind. Dann kamen Handwerker. Die Küche wurde neu tapeziert und gestrichen, alles wunderbar.

Nun sind Handwerker eine besondere Form von Herdentieren. Der Meister bringt den Gesellen, der Fahrer bringt den Beifahrer, zum Maler gesellt sich auch noch ein Klempner. Der Klempner allerdings sollte auf der anderen Gebäudeseite für Durchfluss für den Abfluss sorgen. Hat er auch gemacht. Schnell, denn Zeit ist Geld. Kurz noch zu uns in die Wohnung sollte er.

Da unser Haus nicht am Hang liegt oder sonst Schieflage hat, ist natürlich die linke Seite genauso von Ablussproblemen betroffen wie die rechte Seite. Zeit dräng, mal eben gemacht, keine drei Worte später war er auch schon verschwunden. Wie er das so schnell gemacht hat, verstehe ich nicht; ich gehe davon aus, dass man inzwischen einen Enterprise-Transporter für Handwerker entwickelt hat. Ähnlich wie Tarnkappen für Verkäufer.

Der Klempner war weg, die Maler strichen, gingen, das Haus beruhigte sich. Das ganze Haus? Nein, denn unter uns (ich wohne im zweiten Stock) hatte der Nachbar Besuch von etwas H2O bekommen, und das hatte noch seine guten Kumpels aus dem Rohr mitgebracht: Schwarzer Schleim, Ablagerungen von Monaten, wenn nicht Jahren. Alles von uns nach unten gedrückt. Und alles was oben rein kommt… kommt unten wieder raus. Denkt mal darüber nach!

Naja, mein Nachbar war wenig besorgt. Er war auch nicht zu Hause. Aber als er dann doch zu Hause war, hatte er Spaß. Dreck, Wasser, Laminat, das ist eine Kombination für den Versicherungsbericht. Zum Glück konnte es der Klempner doch noch einrichten, zeitnah zu kommen um die Rohre im ersten Geschoss und Erdgeschoss zu befreien.

Wie kam ich jetzt darauf? Achja: Schimmel. In der Küche alles toppi, im Schlafzimmer ein kleiner Fleck an der Decke. Als dort die Tapete fachgerecht entfernt wurde, war klar warum der Fleck dort war: Ein kreisrundes Loch in der Decke verriet, dass ein Vormieter hier mindestens Kabel wenn nicht ganze Rohrleitungen vom Dachboden ins Schlafzimmer geleitet hat. Und dann noch weitere Flecken unten an den Außenwänden. Also auch das gesamte Schlafzimmer gestrichen. Langsam fühle ich mich wie in „Das Bild hängt schief“ von Loriot.

Schrieben ist es wenig spektakulär. Aber nochmal kurz erinnert: Küche wird renoviert, Schlafzimmer wird renoviert. Beide Räume sind leer. Logik fragt: Wo sind die Sachen hin? Das gesamte Wohnzimmer und das gesamte Arbeitszimmer sind voll mit Küche und Schlafzimmer. Ich hause inzwischen! Gut, bei der Gelegenheit habe ich dann noch den Boden in der Küche ausgetauscht.

Was bin ich froh, wenn der Mist hinter mir liegt. Was haben wir heute? Tag der Arbeit! Kommt hin.

BILD.de macht frei … von Hintergrundwissen

Als ich mich nach den neuesten Uri-Geller-Aufgedeckt-Videos umgeschaut habe, bin ich peinlicherweise auf dieses Video gestoßen:

Da sagt eine 9live-Moderatorin mit dem IQ knapp über Zimmertemperatur zu einem Anrufer, der in wenigen Stunden arbeiten gehen muss und zu müde ist (klar, um 3 Uhr morgens) folgenden schwerwiegenden Satz: „Arbeit macht frei“.

Ich gehe nicht davon aus, dass sie wusste, was sie gesagt hat. Das ist auch gar nicht der Punkt. Diese getragene Stimme des Kommentators verursacht bei mir Pickel und dann noch ein vollkommen sinnfreier Text:

„‚Arbeit macht frei‚ ist die Parole, die über dem Konzentrationslager Ausschwitz stand.“ Oh… mein… Gott…

  1. Es heißt nicht „Aus Schwitz“ sondern Auschwitz (polnisch Oświęcim) wie „AU“ und dann „SCHWITZ“. Aus-Schwitz ist wahrscheinlich ein rechtsradikaler Saunaklub.
  2. Die Parole stand nicht nur in Auschwitz sondern auch in Dachau und Buchenwald.

PS: „Neuer Nazi-Skandal“ ist eine reißerische Umschreibung, dass BILD in den Medien mit der Lupe und viel Eigeninteresse einen Skandal künstlich aufbauscht, den sie mit dem Dschungelcamp aufgebaut haben: DJ Tomekk und der Nazigruß. Wie peinlich ist das denn? Aber das gab es doch schon mal, da hat BILD verzweifelt Bilder gesucht, auf dem die World Trade Center Twin-Tower mit einem Flugzeug zusammen zu sehen sind, damit man einen terroristischen Hintergrund konstruieren kann.

Gute Provider, schlechte Provider (Teil 1): XXL war gestern

Es war im Jahre des Herrn 2006 als mir die Telekom einen netten Brief schrieb und mich darauf aufmerksam machte, dass mein Telefontarif bald nicht mehr existent sei. Ich hatte einen XXL-Tarif, mit dem an Wochenenden und bundesweiten Feiertagen Telefonate umsonst waren.

In der Zeit, da man noch mit einem Modem oder einer ISDN-Karte per Wählverbindung ins Internet ging und es noch keine Flatrates gab, die billig und einfach waren, ist das eine nette Alternative gewesen. Und ich konnte am Sonntag problemlos ein paar Stunden mit Stuttagart, Berlin oder Hamburg telefonieren.

Irgendwann rief dann eine Frau von der Telekom an und frage nett nach, ob wir nicht in einen viel besseren Tarif wechseln wollen. Gute Idee, sind doch die Grundgebühren immer der größte Punkt auf der Rechnung. Wir denken nochmal kurz drüber nach und möchten in einer Woche wieder angerufen werden.

Es gab keinen Anruf nach einer Woche. Oder in der Woche danach. Oder danach. Gut, dann also selbst flugs angerufen. Ich möchte den modernen Tarif mit Freiminuten und weniger Grundgebühr. Ja, bitte. Bitte, bitte. Gut, dann mal gewartet auf die Umstellung. Es kam keine Auftragsbestätigung, aber vielleicht hat sich was auf der Rechnung getan?

Auf der Rechnung hat sich nichts getan. Auf der Rechnung im nächsten Monat hat sich auch nichts getan. Danach hat sich etwas getan: Unser Tarif wurde offiziell von der Telekom abgeschafft und in XXL-Sunday migriert. Den wollte ich gerade nicht. Aber ich kann noch telefonieren. Und ich hab auch keine Lust mich mit der Telekom anzulegen. Also einfach so lassen. *seufz*

Das war zwischen November 2006 und Januar 2007.

Telekom, ich habe fertig!

Adios, Telekom, ich habe fertig! Meine Odyssee hat ein Ende. Alles fing an, dass ich Mitte letzten Jahres mein DSL von GMX/1&1 zur Telekom wechseln wollte um alles aus einer Hand zu haben und mein Telefontarif auch aktuellen Standards entspricht. Aus dieser Geschichte habe ich folgende Dinge gelernt:

  • Niemals wechseln, wenn es nicht unbedingt sein muss
  • Wer wechseln will, wird den Service verlieren; lückenlose Übernahme ist ein Ammenmärchen
  • Es wird schlimmer, bevor es besser wird
  • Die Menschen an der Hotline sind auch nur Menschen

Was habe ich gebraucht um zu solch einer Erkenntnis zu kommen? Nicht viel…

  • Zwei Monate kein Internet
  • Vier Tage kein Telefon
  • 6 Auftragsbestätigungen der Telekom
  • Zwei Einschreiben mit Rückschein mit Widersprüchen
  • Ein Einschreiben mit Rückschein an René Obermann wegen Beschwerden
  • Ein Brief an „Happy Digits“ wegen nicht gewünschter Kundenkarte
  • Eine Mail an die c’t-Redaktion, „Vorsicht Kunde!“
  • 12 Telefonate mit den Hotlines von Telekom und Arcor
  • 3 Besuche im T-Punkt und zwei im Arcor-Shop
  • Fünf Monate nur Spaß und Unterhaltung

Die gesamte Geschichte werde ich hier chronologisch aufbereiten. Im Prinzip ist es eine art Soap-Opera – man weiß nie ob die Story nicht weitergeht und ein totgeglaubter plötzlich wieder unter der Dusche auftaucht.

Ich bin raus!

Na super: Ich habe kein Internet mehr. Genauer: Mein DSL ist gekündigt.

Mehr oder weniger fing alles am Anfang des Jahres an. Der Telefontarif der Deutschen Telekom war uralt. Ein XXL-Tarif von 2000 sollte in einen guten, preiswerten aktuellen Tarif geändert werden. Ging nicht! Der Vorgang fiel dreimal unter den Tisch, dann habe ich aufgegeben.

Dann wollte ich im September den DSL-Tarif von GMX auf T-Online umstellen um alles bei der Telekom zu haben. Dumme Idee. Ich war im T-Punkt, wir haben angerufen und viermal DSL bestellt. Statt sofort zu sagen, dass es nicht geht, muss ich nochmal anrufen und fragen. Warum kann ich nicht einfach wechseln? Weil GMX „auf dem Port“ sitzt. Warum kann die Telekom nicht mit GMX reden? Weil sie auch mit mir nicht reden kann.

Nun habe ich GMX zu heute gekündigt und die Telekom hat mich bis heute nicht angebunden. Ergo kein DSL. Scheiß Leben.