Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

Archive for the ‘Meine Stadt’ Category

Essen, meine Stadt im Ruhrgebiet

5. Philharmonischer Ball in Essen

Posted by Florian - 12. März 2009

Wie kann man einen großen Ball organisieren? In Essen hat man Erfahrung damit. In diesem Jahr fand der fünfte Philharmonische Ball in der Essener Philharmonie statt. Zahlreiche Prominente und Politiker sowie die High Society und der Mittelstand von Essen treffen sich einmal im Jahr in Abendgarderobe und feiern einen rauschenden Abend in Walzer und Swing-Boogie. Insgesamt waren es in diesem Jahr wieder fast 1500 Besucher.

Am 27. Februar 2009 begann der Ball pünktlich um 22 Uhr mit dem Konzert, das nicht durch den neuen Intendanten Johannes Bultmann eröffnet werden konnte, da er mit Grippe im Bett bleiben musste. Auch Michael Kaufmann, der in früheren Jahren immer eröffnete, war aus verständlichen Gründen nicht anwesend. Die Aufregung über seine Absetzung als früherer Intendant hält immer noch an.

Den Auftakt in dieser Nacht um fast 23 Uhr hatten die 80 Debütanten der Tanzschule Lenz – auch ich war damals Debütant, als diese noch von der Tanzschule Overrath gestellt wurden. Weitere Höhepunkte des Abends waren die Tänzer des Grün Gold Bremen und das Tanzpaar Markus Weiss und Isabel Edvardsson.

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Deutschland im Schnee, alles kaputt

Posted by Florian - 17. Januar 2009

Bereits seit Anfang des Jahres wussten wir, dass der Winter in Deutschland einbrechen soll. Schauermärchen von 20 Grad Celsius unter Null. Wer soll das denn glauben? Pünktlich zum offiziellen Arbeitsbeginn am 5. Januar fing das Debakel an: 20 Zentimeter Neuschnee in Essen.

Die Straßen konnten nicht rechtzeitig von Schnee und Eis befreit werden. Also gab es keinen öffentlichen Personennahverkehr, keinen Bus und keine Straßenbahn. Kurzerhand bin ich dann zu Fuß zum Hauptbahnhof gelaufen, mit dem Auto zu fahren ist auch keine gute Idee bei dem Wetter. Am Straßenrand festgefahrene LKW. Auf dem Bürgersteig, der meist nur um Personenbreite geräumt war, kam man sich in Kolonnen entgegen. Ab und an gab es auch mutige, die mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Am Bahnhof das gewohnte Bild: Überforderte Bahnangestellte und verspätete Züge. Ich bin schließlich mit einem freigegebenen ICE gefahren, der doppelt so lange gebraucht hat. Alleine 30 Minuten stand der dämliche Zug vor Duisburg.

Einen Tag später gab’s dann die Krönung: Zuerst waren Anzeigen, dass die Züge 30, 60, 70, 90 Minuten Verspätung haben. Also habe ich einfach mal gewartet. Allerdings kamen keine Züge nach Düsseldorf, dazu waren die Stellwerke und Schienen vereist.

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Großstadt Archäologe

Posted by Florian - 27. Dezember 2008

Zurzeit wird Essen umgebaut, vom Hauptbahnhof bis zur Innenstadt. Ähnlich wie bei mir zu Hause finden sich beim Aufräumen Dinge, die man seit Monaten oder Jahren nicht gesehen hat. Es ist ja nicht so, als ob man es vermisst hätte. Aber es erinnert schön an früher.

Dadurch, dass in Essen vieles aufgerissen, abgerissen und eingeebnet wird, kommen zum Teil recht alte und interessante Artefakte zutage. Die zu entdecken ist Glückssache wenn man nicht gezielt danach sucht. Und leider gibt’s auch kein Heimatmuseum, das die Findlinge dokumentiert oder archiviert.

Bei den Bauarbeiten am Essener Hauptbahnhof kommen uralte Artefakte zum Vorschein, unter anderem 30 Jahre alte Werbung.

Bei den Bauarbeiten am Essener Hauptbahnhof kommen uralte Artefakte zum Vorschein, unter anderem 30 Jahre alte Werbung.

Bundesbahn Reklame

Bundesbahn Reklame: Sonderfahrt nach Linz im August 1978 für 462 DM, Monatsticket für Tramper durch Deutschland für 198 Mark. Das waren noch Zeiten.

Am Porscheplatz sind Gebäude abgerissen worden und gaben so den Blick auf Werbung frei, die vor mehr als 40 Jahren für Bier und Möbel geworben hat.

Am Porscheplatz sind Gebäude abgerissen worden und gaben so den Blick auf Werbung frei, die vor mehr als 40 Jahren für Bier und Möbel geworben hat.

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Essen wird umgebaut – der Verkauf geht weiter

Posted by Florian - 25. Oktober 2008

Und? Schon mal in meiner schönen Heimatstadt Essen an der Ruhr gewesen? In letzter Zeit? Ein Kollege von mir war am Hauptbahnhof von Essen und fluchte nicht schlecht und sprach mir aus der Seele. Das kann man doch in einer Stadt nicht machen! Essen wird gerade fast komplett umgebaut. Es erinnert mich in Grundzügen an Berlin, nur nicht so groß. Und vielleicht auch nicht so schön. Aber mit Sicherheit genauso bescheuert mit Baustellen gepflastert.

Der komplette Hauptbahnhof ist gesperrt. Täglich mehr als 130.000 Reisende, unterm Bahnhof eine U-Bahn mit acht Bahnsteigen und nebenan ein Busbahnhof. Das Drehkreuz für Reisende von und nach Essen. Alles teilgesperrt, umgezogen, verlegt, geschlossen.

Vogelperspektive Essen Hauptbahnhof

Vogelperspektive Essen Hauptbahnhof

Und trotzdem funktioniert alles weiter. Nebeneingänge sind als Rinnsale die einzige Einfalltore für die zahllosen Berufspendler. Ehemalige Solzialräume dienen als Bäckerei. Bauwagen als Kiosks. Der Busbahnhof ist umgezogen, die U-Bahn fast komplett geräumt.

Wofür macht man das? Essen will sich herausputzen. Essen ist Hauptstadt, also muss man auch aussehen wie eine Hauptstadt. Eine Kulturhauptstadt 2010. Das hat zur Loveparade 2007 auch niemanden interessiert. Die Hauptkundgebung fand in Sichtweite zum Berliner Platz statt, dem größten Bauplatz, den ich je gesehen habe. Das komplette Karstadt-Gebäude niedergerissen und zusammen mit Sinn zu einer Shopping-Mall wieder aufgebaut. Offenbar hat es niemanden interessiert. Offenbar hat sich niemand geschämt.

Für regelmäßige Pendler wie mich ist es eine Mischung aus Tortur und Abenteuer, täglich den Bahnhof nutzen zu müssen. Am Nebeneingang sind regelmäßig Bahn-Angestellte, denn das Reisezentrum ist auch nicht wirklich in Betrieb. Von einem Gleis zum nächsten zu kommen ist komplizierter als eine chinesische Bastelanleitung. Wilde Schilder lotsen einen in alle Richtungen.

Das kann doch nicht ernst gemeint sein! Das Innere des Bahnhofs ist in zwei Etagen gebaut. Unten kommt man rein, oben geht man zu den Gleisen. Kann man nicht erst die eine, dann die andere Ebene sperren und umbauen, damit der Haupteingang benutzbar bleibt? Und überhaupt, was tut sich da? Seit fast zwei Monaten ist alles zu, Arbeiter oder Arbeiten sind nicht zu erkennen. Nicht, dass die Zeit drängt. 2010 ist ja noch lange hin. Wenn man 2010 sagt, meint man sicher auch ENDE 2010.

Für mich sieht’s so aus, als ob man wieder die falschen Leute gefragt hat. Oder Geld sparen wollte. Mit dem jetzigen Elan wird man bis Ende 2009 nur eine Baustelle haben, die man der Welt stolz präsentieren kann. Die U-Bahn wurde bereits umgebaut und freundlicher gemacht. Nachdem die Wand-Platten ohnehin schon von alleine abgefallen sind, hat man alle abgenommen. Was darunter lag, war auch nicht schön, dafür hat man alles noch blau und gelb angestrahlt – fertig.

Das sieht so scheiße aus, dass ich mir fast schon wünsche, in Gelsenkirchen zu wohnen. Die U-Bahn dort sieht um Welten besser aus. Aber jetzt wird ja der komplette Unterbau des Essener Hauptbahnhofs renoviert. Ob es überflüssig, zu teuer oder nur falsch geplant ist, kann ich bis jetzt nicht sagen. Aber irgendwie hätte es doch nicht so dermaßen massiv sein müssen.

Siehe auch:

Essener Hauptbahnhof von außen

Essener Hauptbahnhof von innen

Essener Hauptbahnhof von innen

Baustellenschilder im Bahnhof

Geschlossene Geschäfte im Bahnhof

Geschlossenes Reisezentrum

U-Bahn in Essen wird umgebaut

U-Bahn in Essen wird umgebaut

U-Bahn von Essen

U-Bahn von Essen

U-Bahn wird umgebaut

U-Bahn wird umgebaut

Vom City Center zur Rathaus Galerie

Vom City Center zur Rathaus Galerie

Geschäfte schließen im City Center

Geschäfte schließen im City Center

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Google Street View Auto gesichtet

Posted by Florian - 26. August 2008

Jetzt konnte ich auch endlich mal ein Street View Auto live entdecken, wenn auch mit Abdeckung über der Kamera. Zudem hat es auch fein geregnet und es war auf der Autobahn. Heute morgen gegen 9 Uhr auf der A52 zwischen Essen und Düsseldorf.
Ich gehe davon aus, dass das Auto Richtung Düsseldorf fährt und dort die Stadt fotografiert.

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Essen, die Einkaufsstadt: Das neue Zentrum am Limbecker Platz

Posted by Florian - 6. April 2008

Essen die EinkaufsstadtWenn man am Hauptbahnhof von Essen ankommt und Richtung Einkaufsstraße schaut, sieht man auf dem Handelshof die großen Leuchtbuchstaben „ESSEN DIE EINKAUFSSTADT“. Diese Bezeichnung ist spätestens seit Eröffnung des CentrO in Oberhausen so eine Wunschvorstellung wie die Aktion Gelsenkirchens vor einigen Jahren, die in der Innenstadt Schilder mit der Aufschrift „Gelsenkirchen – Stadt ohne Gewalt“ aufgestellt hat.

Essen hat einiges zu bieten, aber als Einkaufsstadt habe ich es nie gesehen. Im Essener Zentrum gibt es drei Haupt-Einkaufsstraßen, die Kettwiger Straße, die Limbecker Straße und das City-Center am Porscheplatz. Diese Straßen bilden ein Dreieck und sind eher im alten Stil der Innenstädt aufgebaut. Das City-Center war ein mutiger Schritt in Richtung Shopping Mall: Eingeschössig, überdacht, einheitliche Ladenfront, im Untergeschoss eine Bus- und U-Bahn-Station.

Am Ende der Limbecker Straße findet sich das Karstadt-Gebäude wie ein Palast aus dem letzten Jahrhundert. Viele kennen es als Ausblick aus dem CinemaxX-Multiplex. Das Gebäude ist nicht nur steinalt sondern auch denkmalgeschützt. Trotzdem kam Karstadt ein Plan, Weltstadt zu werden. Die benachbarten Häuser von Karstadt und Sinn Leffers sollten abgerissen bzw. entkernt werden und es wird eine riesige Shopping Mall an die alte Stelle gesetzt.

Baustelle April 2007

Vorher - Baustelle im April 2007

Weiterlesen…

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„Wir machen, dass die Luft stinkt“

Posted by Florian - 2. April 2008

Manchmal haben Firmen ganz komische Werbeslogans. Oder Claim wie der Fachmann sagt. eon Ruhrgas zum Beispiel. Die machen Werbung mit „Wir können Erdgas.“ Der Satz ist zu Ende. Also, nicht grammatikalisch, aber der Werbetexter wurde nur für drei Worte bezahlt, danach war Schicht im Schacht. Eigentlich auch ein guter Claim: „Schicht im Schacht – Ruhrkohle AG“.

Das St. Elisabeth Krankenhaus, genau gegenüber von eon Ruhrgas, hat da noch einen draufgelegt. In subtiler Anlehnung steht auf einem Transparent, keine 500 Meter entfernt: „Wir können Gesundheit.“

Wir können Erdgas. Wir können machen, dass die Luft stinkt
„Wir können Erdgas“ – Original „Wir können machen, dass die Luft stinkt. Erdgas.“- Variation von mir
Wir können Erdgas. Wir können Gesundheit.
„Wir können Erdgas.“ – eon Ruhrgas „Wir können Gesundheit.“ – St. Elisabeth Krankenhaus

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Der vierte Philharmonische Ball in Essen

Posted by Florian - 16. März 2008

Am 29. Februar 2008 gab es den Ball in der Philharmonie Essen zum vierten Mal. Wie im letzten Jahr gab es zwei Kapellen im großen Alfried-Krupp-Saal im eine Jazz-Kapelle im RWE-Pavillon. Allerdings gab es auch manches, was nicht wie im letzten Jahr war.

Die Besucherzahl hat sich von 1600 auf 1800 erhöht. Für mich neu in diesem Jahr ist der dritte Saal in der zweiten Ebene des Saalbaus. Neu ist auch, dass nicht Tanzschule Overrath sondern Tanzschule Lenz die Debütanten stellt. Im letzten Jahr war ich einer der Debütanten. Und ich war sowas von im Eimer durch Grippe in diesem Jahr.

Die diesjährigen Debütanten hatten nach einem zügigen Einmarsch eine sehr schöne Choreographie, die Tanzpaare war jung aber trotzdem sehr koordiniert und diszipliniert. Sage und schreibe drei WDR Teams (.u.a „A40“) waren an dem Abend den Debütanten und dem Ball auf der Spur, dazu noch zahlreiche Vertreter der Lokalpresse.

Und wie es sich gehört, gab’s wieder Bürgermeister und Industrielle, Kleider und Anzüge.

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Neue Werbeform entdeckt

Posted by Florian - 30. Oktober 2007

Mobile Projektionsfahrzeuge! Vor ein paar Minuten bin ich nach Hause gekommen und wundere mich über eine Projektion auf dem gegenüberliegenden Haus. Ob vielleicht jemand mit dem Beamer spielt?

Als die Projektion sich dann bewegt hat, war langsam klar, dass es aus einem Auto heraus kommt. Ein schwarzer VW-Minivan hatte einen schräg nach oben gerichteten Projektor mit Fanta-Reklame.

Es liegt eigentlich auf der Hand, in der dunklen Jahreszeit und wo es so viele Staus in der Innenstadt gibt, solche Guerilla-Reklame zu fahren. Warum bin ich nicht darauf gekommen?

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Essener Lichtwochen 2007 eröffnet

Posted by Florian - 29. Oktober 2007

Gestern sind die Essener Lichtwochen 2007 eröffnet worden. In der Weihnachtszeit wird die Essener Fußgängerzone durch zahlreiche Lichtbilder verschönert, die sich jedes Jahr an Themen orientieren. Dieses Jahr ist das Gastland Finnland.

Unser Oberbürgermeister Dr. hc. Reiniger hatte zusammen mit einer Landesministerin und dem Botschaftsbeauftragten von Finnland die Lichtwochen feierlich eröffnet. Allerdings nicht ohne wortreich den Sponsoren zu danken, die Symbolträchtigkeit zu betonen, auf die Kulturhauptstadt 2010 hinzuweisen, und, und, und. Viele Leute waren dann bereits aus Langeweile gegangen.

Nachdem also auf den Knopf gedrückt wurde, setzte sich die Masse um 18:15 Uhr am Hauptbahnhof in fahrt und man schritt dicht an dicht mit der finnischen Blaskapelle voran in Richtung Porscheplatz, wo um 19 Uhr das Feuerwerk stattfinden sollte.

Wenn es bei der Eröffnung schon voll war, war es auf dem Porscheplatz richtig geknüddelt. Ich schätze, es waren gut 5.000 Personen dort. Eine feierliche Rede, die man akustisch allerdings nicht gehört hat, fing pünktlich gegen 19 Uhr an. Das Feuerwerk war äußerst präzise auf die Musik abgestimmt. Ein Medley aus finnischer Volksmusik, Klassik, Pop und Schlager. Die Bilder des Feuerwerks waren nicht sehr pompös, dafür aber sehr schön farblich abgestimmt.

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Loveparade Metropole Ruhr 2007 in Essen

Posted by Florian - 26. August 2007

Zunächst die gute Nachricht: Die Party lief reibungslos. Laut aktueller Pressemitteilung kamen 1,2 Millionen Jugendliche und jung gebliebene Menschen zum feiern nach Essen. Das ist bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 600.000 Einwohnern allerhand. Statistisch käme also ein Essener auf zwei Raver.

Da ich in der Nähe der Loveparade wohne, konnte ich mir das Ereignis gestern zu Fuß ansehen. Was ich allerdings schon zu Hause gemerkt habe war, dass ab 11 Uhr vormittags ständig mehrere Hubschrauber im Dienst und ab 13 Uhr mittags ständig Krankenwagen unterwegs waren. DJ Rettungswagen war am meisten und lautesten vertreten. Leider hatte er immer nur einen Sample und sehr wenig Bass.

Die „Floats“, die man vielleicht auch Karnevalswagen nennen könnte, waren standardisiert aufgebaut, bunt aufgemacht und hatten immer gute Stimmung an Board. Auch direkt neben einem der Wagen sind einem nicht sofort die Ohren abgefallen. Ohnehin war es überraschend human: Musik war moderat laut, man konnte sich unterhalten und man konnte sogar laufen! Dadurch, dass die Strecke sehr langgezogen war und der Fokusweg vom Hauptbahnhof lag, ist die Lage sehr deutlich zu entspannen gewesen.

Meine geheime Hoffnung war ja, junge, willige, nackte Raver-Tussies zu treffen. Ich traf alles. Die optimistisch geschätzte 50jährige in pinken Leggins mit Zellulite, die fünfzehnjährige mit Bieer in der Hand und verklemmpte Normalos wie mich. Die Anwohner an der Strecke hatten es sich größtenteils auch im Fenster oder auf Vordächern gemütlich gemacht und feierten mit.

Die Hauptfeier am Berliner Platz war riesig. Auf dem ehemaligen Zirkusplatz wurde eine quadratische Bühne aufgebaut, die zu jeder Seite eine Videowand hatte, riesig große Pfeiler, die 20 Meter in den Himmel gingen und sich oben zu einer Decke trafen. Scheinbar ging die Feier noch bis tief in die Nacht, ich konnte ein Dauerwummern der Bässe und DJ Rettungswagen noch bis nach ein Uhr nachts hören.

Am nächsten Tag ist alles sehr schnell aufgeräumt gewesen. Erstaunlich sauber und gemütlich bietet sich in der Stadt ein Bild, dass man meist nicht nach Silvester oder Karneval sehen kann. Scheinbar wurden die Bemühungen beim Aufbau noch durch die schnelle, effektive Arbeit beim Rückbau getoppt.

Alles in allem muss man den Hut ziehen vor der sauberen Organisation. Dass zwischenzeitlich der Hauptbahnhof wegen Überfüllung geschlossen werden musste und auch mache Autobahnausfahrt dicht gemacht wurde, war unvermeidbar aufgrund der schnell aufkommenden Massen. Ich denke, Essen hat den Standard gesetzt, an dem man sich im nächsten Jahr in Dortmund und danach in Bochum, Duisburg und schließlich Gelsenkirchen messen lassen muss.

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