Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

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Archive for the ‘Leben’ Category

Über die YouPorn’isierung der Gesellschaft

Posted by Florian - 19. Oktober 2008

Ich arbeite in einer Firma, in der es gerade ziemlich spannend und interessant ist. Das kommt daher, dass wir eine andere Firma aufgekauft haben und auch Anteile an weiteren Unternehmen erworben haben. Star Wars würde sagen: „Ich spüre eine Erschütterung der Macht“. In Wirklichkeit regelt sich am Schluss alles von selbst. Da die Details dazu aber nur wenige Leute interessieren und auch einige Kollegen meinen Blog inzwischen kennen, soll das zur Einleitung reichen.

Porn

Porn

Eigentlich wollte ich mir mehr Gedanken über die YouPorn’isierung der Gesellschaft machen. Was meine ich damit? Für Heranwachsende, Jugendliche und junge Erwachsene ist Porno im Internet so einfach zu bekommen wie für mich damals das Ysp mit Gimmick. Bis zu einem gewissen Alter hat man als Mensch keine gefestigte Meinung und glaubt auch alles, was man gesagt bekommt. Das ist auch gut so, ansonsten würden Eltern aussterben und die Industrie der Strick-Hersteller eine Konjunktur erleben.

Fügt man beides zusammen kommt man auf das Phänomen, das ich meine: Man sieht im Internet, dass Sex schnell, heftig und extrem ist. Oder sein muss. Sonst ist man… langweilig, out… was auch immer. Das ist ein extremes Beispiel, zugegeben. Wenn bei YouTube sich jemand auf einem Skateboard die Haxen bricht, gibt es mit Sicherheit auch Nachahmer. Bis zurück in die Zeiten des jungen Werther, in der es auch – der Überlieferung zufolge – zum Suizid erschreckend vieler Leser infolge der Identifikation mit der Hauptfigur gekommen ist.

Man kann es auch modern kurz sagen: Wir glauben was wir sehen.

Und wenn ich jetzt gerade in die Welt schaue, sehe ich, dass der Ölpreis sinkt „aufgrund der weltweiten Rezession„. Dann sehe ich, dass Staaten Billiarden an Geld als Sicherung der Banken bereitstellen. Das sind enorme Summen, die man nur noch mit dem Gegenwert vergleichen kann, was es in der realen Welt wert ist. Und in der Werbung schreit mich die Abgeltungsteuer an. Wenn ich dann, morgens am Sonntag, den Kaffee ausgetrunken habe und über mein Leben nachdenke, was soll ich dann glauben?

Fakt ist doch, dass das Geld nicht weg ist. Eine Binsenweisheit der Böse: Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders. Fakt ist auch, dass es alle Nase lang eine Blase gibt, die platzt. Erinnert sich keiner an die DotCom-Blase, in der Milliarden US-Dollar an Risikokapital in einen aufstrebenden Markt geflossen ist bis er geplatzt ist? NEMAX, nie gehört? Jetzt sind es Hypotheken, die faul sind und wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden. Warum holen wir nicht Peter Zwegat?

Ich habe mit Sicherheit nicht den Durchblick und möchte auch nicht die Welt erklären. Aber: Die Welt ist nicht so einfach wie wir lesen. Es gibt einen chaotischen Schmetterlingseffekt, der einen Zusammenhang zwischen Hypothekenkrise in den USA und einem Abschwung in Asien und damit einer Absenkung des Ölpreises bildet. Oder doch nicht? Die Information, die uns in den Zeitungen und dem Fernsehen präsentiert wird, ist doch häufig nichts weiter als ein ungeprüftes Alibi von Schwerverbrechern. Ob wir eine globale Erwärmung und Klimakatastrophe haben oder nicht liegt auch im Auge des Betrachters. Wer es nicht selbst beweisen kann, muss glauben was er liest.

Werdet euch darüber bewusst, dass Glauben nicht Wissen ist.

Allerdings möchte ich einige Glaubensbekenntnisse auch nicht aufgeben. Ich glaube, dass uns Umweltzonen so wenig bringen wie Rußpartikelfilter. Ich glaube auch, dass betriebliche Mitbestimmung das Management nicht ändern kann. Ich glaube auch, dass es uns nicht so schlecht geht wie wir uns das einreden. Und ich glaube, dass man nicht alles glauben darf. Denkt mal darüber nach.

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Unserer Büropflanze geht’s gut

Posted by Florian - 31. August 2008

Unser Hybriscus treibt neue Blüten. Der Duft verteilt sich sanft in Raum und Klima.

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Google Street View Auto gesichtet

Posted by Florian - 26. August 2008

Jetzt konnte ich auch endlich mal ein Street View Auto live entdecken, wenn auch mit Abdeckung über der Kamera. Zudem hat es auch fein geregnet und es war auf der Autobahn. Heute morgen gegen 9 Uhr auf der A52 zwischen Essen und Düsseldorf.
Ich gehe davon aus, dass das Auto Richtung Düsseldorf fährt und dort die Stadt fotografiert.

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Renovieren wir doch gleich alles

Posted by Florian - 1. Mai 2008

Es fing alles so harmlos an. Ich fürchte, gräßliche Sachen fangen immer harmlos an. Der zweite Weltkrieg fing mit Sicherheit auch harmlos an. Also, es fing an mit einem Schimmelfleck an einer Außenwand in der Küche. Nicht großartig schlimm, erher harmlos.

Der Vermieter hat sich nicht gerade darum gekümmert, wir auch nicht. Irgendwann war der Schimmelfleck nun so groß wie ein fünfjähriges Kind. Dann kamen Handwerker. Die Küche wurde neu tapeziert und gestrichen, alles wunderbar.

Nun sind Handwerker eine besondere Form von Herdentieren. Der Meister bringt den Gesellen, der Fahrer bringt den Beifahrer, zum Maler gesellt sich auch noch ein Klempner. Der Klempner allerdings sollte auf der anderen Gebäudeseite für Durchfluss für den Abfluss sorgen. Hat er auch gemacht. Schnell, denn Zeit ist Geld. Kurz noch zu uns in die Wohnung sollte er.

Da unser Haus nicht am Hang liegt oder sonst Schieflage hat, ist natürlich die linke Seite genauso von Ablussproblemen betroffen wie die rechte Seite. Zeit dräng, mal eben gemacht, keine drei Worte später war er auch schon verschwunden. Wie er das so schnell gemacht hat, verstehe ich nicht; ich gehe davon aus, dass man inzwischen einen Enterprise-Transporter für Handwerker entwickelt hat. Ähnlich wie Tarnkappen für Verkäufer.

Der Klempner war weg, die Maler strichen, gingen, das Haus beruhigte sich. Das ganze Haus? Nein, denn unter uns (ich wohne im zweiten Stock) hatte der Nachbar Besuch von etwas H2O bekommen, und das hatte noch seine guten Kumpels aus dem Rohr mitgebracht: Schwarzer Schleim, Ablagerungen von Monaten, wenn nicht Jahren. Alles von uns nach unten gedrückt. Und alles was oben rein kommt… kommt unten wieder raus. Denkt mal darüber nach!

Naja, mein Nachbar war wenig besorgt. Er war auch nicht zu Hause. Aber als er dann doch zu Hause war, hatte er Spaß. Dreck, Wasser, Laminat, das ist eine Kombination für den Versicherungsbericht. Zum Glück konnte es der Klempner doch noch einrichten, zeitnah zu kommen um die Rohre im ersten Geschoss und Erdgeschoss zu befreien.

Wie kam ich jetzt darauf? Achja: Schimmel. In der Küche alles toppi, im Schlafzimmer ein kleiner Fleck an der Decke. Als dort die Tapete fachgerecht entfernt wurde, war klar warum der Fleck dort war: Ein kreisrundes Loch in der Decke verriet, dass ein Vormieter hier mindestens Kabel wenn nicht ganze Rohrleitungen vom Dachboden ins Schlafzimmer geleitet hat. Und dann noch weitere Flecken unten an den Außenwänden. Also auch das gesamte Schlafzimmer gestrichen. Langsam fühle ich mich wie in „Das Bild hängt schief“ von Loriot.

Schrieben ist es wenig spektakulär. Aber nochmal kurz erinnert: Küche wird renoviert, Schlafzimmer wird renoviert. Beide Räume sind leer. Logik fragt: Wo sind die Sachen hin? Das gesamte Wohnzimmer und das gesamte Arbeitszimmer sind voll mit Küche und Schlafzimmer. Ich hause inzwischen! Gut, bei der Gelegenheit habe ich dann noch den Boden in der Küche ausgetauscht.

Was bin ich froh, wenn der Mist hinter mir liegt. Was haben wir heute? Tag der Arbeit! Kommt hin.

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Essen, die Einkaufsstadt: Das neue Zentrum am Limbecker Platz

Posted by Florian - 6. April 2008

Essen die EinkaufsstadtWenn man am Hauptbahnhof von Essen ankommt und Richtung Einkaufsstraße schaut, sieht man auf dem Handelshof die großen Leuchtbuchstaben „ESSEN DIE EINKAUFSSTADT“. Diese Bezeichnung ist spätestens seit Eröffnung des CentrO in Oberhausen so eine Wunschvorstellung wie die Aktion Gelsenkirchens vor einigen Jahren, die in der Innenstadt Schilder mit der Aufschrift „Gelsenkirchen – Stadt ohne Gewalt“ aufgestellt hat.

Essen hat einiges zu bieten, aber als Einkaufsstadt habe ich es nie gesehen. Im Essener Zentrum gibt es drei Haupt-Einkaufsstraßen, die Kettwiger Straße, die Limbecker Straße und das City-Center am Porscheplatz. Diese Straßen bilden ein Dreieck und sind eher im alten Stil der Innenstädt aufgebaut. Das City-Center war ein mutiger Schritt in Richtung Shopping Mall: Eingeschössig, überdacht, einheitliche Ladenfront, im Untergeschoss eine Bus- und U-Bahn-Station.

Am Ende der Limbecker Straße findet sich das Karstadt-Gebäude wie ein Palast aus dem letzten Jahrhundert. Viele kennen es als Ausblick aus dem CinemaxX-Multiplex. Das Gebäude ist nicht nur steinalt sondern auch denkmalgeschützt. Trotzdem kam Karstadt ein Plan, Weltstadt zu werden. Die benachbarten Häuser von Karstadt und Sinn Leffers sollten abgerissen bzw. entkernt werden und es wird eine riesige Shopping Mall an die alte Stelle gesetzt.

Baustelle April 2007

Vorher - Baustelle im April 2007

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Katholiken sterben aus, Moslems erobern die Welt

Posted by Florian - 6. April 2008

Reißerischer kann man Überschriften kaum noch gestalten. Gut, man kann, aber dann muss man schon bei der BILD-Zeitung gelernt haben. Aber kommen wir zu den Fakten. Der Vatikan hat durchgezählt, geschätzt und Statistiken gewälzt und selbst geschrieben und am Ende kommt raus, dass es bereits 2006 weltweit mehr Muslime als Katholiken gab. Was für eine Nachricht.

Aber die eigentliche Nachricht passiert erst im Kopf. Aus der statistischen Erhebung des Vatikans wird ein Angriffskonzept. Allein die offizielle Erklärung, wie es zu dem Machtwechsel kommt: Islamische Länder haben ein größeres Bevölkerungswachstum.

Auch interessant, wie man auf die Nachricht reagiert. Ein Kollege von mir sagte spontan: „Dann ist ja bald wieder Zeit für einen Kreuzzug„. Wie wahr, wenn man sich nicht selbst vermehrt, sorgt man dafür, dass der andere es auch nicht kann. So kommt man unumwunden auch zu den Krisengebieten im Iran, Irak, Afghanistan, Indien und wo sonst noch Muslime leben. Ein Schimmer von Tibet schwingt auch noch mit.

Die Statistik des Vatikans lässt allerdings noch nicht alles vorbei sein. Man rechnet mit einer 33%igen christlichen Weltbevölkerung. Wobei nicht nur ich mir die Gretchenfrage stelle. Im Forum des Tagesspiegels fragt ein „lukas“ kritisch nach:

Die Frage ist doch: Wieviele wahre Katholiken gibt es? Wieviele Menschen nehmen tatsächlich das Apostolische Glaubensbekenntnis ernst, demnach Jesus tatsächlich seine eigene, durch den Heiligen Geist inseminierte, Mutter defloriert habe, sowie drei Tage nach Ableben vollständig reanimiert himmelwärts fuhr und nun seit beinahe zweitausend Jahren rechts seines Papis sitzt? (…) Wer dies nicht für bahre Münze nimmt, mag vielleicht Vereinsmitglied sein, ist aber kein gläubiger Katholik! (Noch, nebenbei, evangelischer Christ.)

Eine Aufrechnung in fanatische Christen, fanatische Juden und fanatische Muslime möchte ich allerdings nicht berechnet sehen. Auch die Möglichkeit eines Kreuzzuges möchte ich nicht in Anspruch nehmen. Wobei ich kürzlich erst in der Zeitung von den neuesten El-Kaida Marketingmaßnahmen gelesen habe: Al-Sawahiri beantwortet Leserfragen. Und dabei fällt es ihm auch aus dem Bart, dass „Kreuzfahrer“ in Irak und Afghanistan sind.

Ich bin ihm dankbar für das Wort, das ich bisher nur mit Traumschiff und Südsee in Zusammenhang gebracht habe. Wie Straßenkreuzer. Dass die Kreuzfahrt ein Kreuzzug zu See sein könnte, … ich bin manchmal naiv.

Übrigens, die Nachricht stand mal wieder zuerst auf Spiegel Online. Nachdem Telepolis die Nachricht übernahm, hat die taz zum ersten April eine winzige Textbox auf der zweiten Seite geschrieben.

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Aprilwetter im April

Posted by Florian - 3. April 2008

Regen, immer Regen, ab und zu Sonne.

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„Wir machen, dass die Luft stinkt“

Posted by Florian - 2. April 2008

Manchmal haben Firmen ganz komische Werbeslogans. Oder Claim wie der Fachmann sagt. eon Ruhrgas zum Beispiel. Die machen Werbung mit „Wir können Erdgas.“ Der Satz ist zu Ende. Also, nicht grammatikalisch, aber der Werbetexter wurde nur für drei Worte bezahlt, danach war Schicht im Schacht. Eigentlich auch ein guter Claim: „Schicht im Schacht – Ruhrkohle AG“.

Das St. Elisabeth Krankenhaus, genau gegenüber von eon Ruhrgas, hat da noch einen draufgelegt. In subtiler Anlehnung steht auf einem Transparent, keine 500 Meter entfernt: „Wir können Gesundheit.“

Wir können Erdgas. Wir können machen, dass die Luft stinkt
„Wir können Erdgas“ – Original „Wir können machen, dass die Luft stinkt. Erdgas.“- Variation von mir
Wir können Erdgas. Wir können Gesundheit.
„Wir können Erdgas.“ – eon Ruhrgas „Wir können Gesundheit.“ – St. Elisabeth Krankenhaus

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Ostern im Schnee

Posted by Florian - 30. März 2008

Ostern im SchneeDas ist sowas von verrückt. Vor einer Woche waren noch Temperaturen um den Gefrierpunkt. Zu Ostern gab es Schnee wie sonst nur zu Weihnachten. Heute gab es 17 Grad, in Süddeutschland über 20 Grad Celsius. Das ist sowas von verrückt.

Dazu habe ich in diesem Jahr schon zweimal mit Fieber und grippalem Infekt im Bett gelegen, einmal im Februar und dann im März. Das gab es früher nicht.

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Die Helden in der Bochumer Jahrhunderthalle

Posted by Florian - 30. März 2008

Der vergangene Freitag war hart. Ich bin kurz vor fünf aufgestanden, war um sieben Uhr im Büro und hatte gerade mal fünf Stunden geschlafen. So weit, so gut. Abends hatte ich dann noch ein Konzert von „Wir sind Helden“ vor mir. Mein Motto: Mit Kaffee geht alles.

Die Anfahrt nach Bochum war einfach, die Jahrhunderthalle gut ausgeschildert. Kurz vor der Halle der übliche Stau, der Parkplatz war groß genug und die Gebühr von 2,50 EUR annehmbar. Insgesamt waren die Preise human, die Getränke auch zweifuffzich mit einem Euro Pfand.

Ich habe es das erste Mal auf einem Konzert erlebt, dass Ohrenstöpsel am Merchendising-Stand verkauft wurden. Also habe ich direkt zugeschlagen, was auch gut war. Die Akustik auf dem Konzert war genial. Die Bühnenshow einfach aber zweckmäßig. Die Jahrhunderhalle erinnert von außen an eine Mischung aus Kongress- und Einkaufzentrum. Von innen ist es eher eine Industriehalle. Die Halle ist so groß, dass vorn die Bühne aufgebaut ist und in der Mitte und hinten ungefähr sechs Stände mit Getränken aufgebaut sind.

Die Vorband „The Amber Light“ war ganz gut. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und ein Sänger, der sich zwar keine Texte merken muss, dafür aber die Akkorde im Griff hat. Die Texte waren sehr eingängig und man kann leicht mitsingen. Anders gesagt, die Texte passen auf eine Postkarte.

Die Helden waren geprägt von Judiths Erkrankung. Sie hat sich bereits am Anfang für ihre heisere Stimme entschuldigt und versprach, das mit einer besseren Show-Performance wieder wettzumachen. Was man als Konzertgänger bei den Helden lernt: Man muss mitmachen. Verschiedene Figuren sind möglich: Das Korallenriff, die winkende Hand, die Faust, etc. Nachdem diese Figuren kommuniziert und geübt sind, geht Judith nochmal kurz die weiteren Figuren durch und mir kam’s zunächst so vor, als ob es irgendetwas Improvisiertes darstellt. Später kam es zu einem Deja-Vu: „Nur ein Wort“ wird auch in einer gehörlosen Version dargeboten. „Dein Schweigen ist ein Zelt, stellst es mitten in die Welt…

Bei der ersten Zugabe bin ich fast eingeschlafen. Das meine ich auch nicht böse, ich war einfach zu müde als Judith eine leise Ballade geträllert hat. Bei der nächsten Zugabe gab es eine kurze Lesung aus dem Buch der Helden, was zunächst nicht jedem im Publikum gefallen hat.

Neben den Helden sind „Die Piloten“ auf der Bühne, die ein Band-in-Band-Erlebnis hinterlassen. Die drei Bläser sind so gut in die Lieder integriert, als ob es niemals anders war. Sie führen von Jazz über Pop bis Ska und treiben darüber hinaus noch eine verdammt gute Bühnen-Performance und Choreographie.

Alles in allem war das Konzert spitze, Judiths Krankheit fiel kaum ins Gewicht. Nur das Publikum war stellenweise nervig. Genau vor mir standen zwei Familienväter, die ihre kleinen Töchter genau in unsere Sicht halten mussten. Andererseits war ich nicht der Jüngste auf dem Konzert, darüber muss ich inzwischen dankbar sein.

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Meine neue Super-Kamera

Posted by Florian - 17. März 2008

Nachdem meine letzte Kamera, eine Canon IXUS 500, gestohlen wurde, brauchte ich eine neue. Ich habe bereits vorher nach einer Ausschau gehalten, allein weil die IXUS dem nächsten Urlaub nicht gerecht werden wird. Allerdings bin ich fündig geworden: Eine Canon PowerShot SX 100 IS.

Das IS steht für „Image Stabilizer“ und bedeutet, dass mein Wackeln durch technische Mittel gedämmt wird. Das SX soll angeblich für Super Zoom stehen. Kann ich aufgrund des Zooms verstehen, aber das X… Zoom? Auf jeden Fall hat die SX 100 einen zehnfach optischen Zoom. 10fach! Meine alte IXUS hatte gerade dreifach. Zudem geht die ISO-Skala der SX 100 hoch bis 1600.

Die Funktionen der Kamera sind unendlich minus eins. Das Handbuch wurde vorausschauend nicht gedruckt sondern auf CD beigelegt. Allein das deutsche Handbuch zur Kamera umfasst mehr als 200 Seiten; jede Funktionen kurz – fast philosophisch umfasst. Die Aussage des Handbuchs: Finde es selber heraus! Probiere, teste, mach einfach!

Dabei sind die Funktionen nicht zu unterschätzen. Der Programm-Wähler an der Kamera hat ein „M“: Manuell-Programm. Die Kamera ist offiziell eine Kompakt-Kamera, sie lässt aber deutlich in Richtung SLR schnuppern. Im Manuell-Modus kann man nicht nur die Verschlusszeit und die ISO-Empfindlichkeit einstellen, auch die Blende kann man frei wählen und auch die Blitzintensität. Das Non-Plus-Ultra: Der Fokus ist auch frei einstellbar!

Beim Fokus bin ich leider schon beim Negativen angelangt. Von der IXUS bin ich es gewohnt, dass das gesamte Bild ausgewertet wird um den Fokus-Punkt zu finden. Immer ein Problem wenn Baumäste im Spiel sind und der Hintergrund scharf sein sollte. Die SX 100 hat nur einen Fokuspunkt: Die Mitte. Oder: Der Gesichtserkenner. Die Canon kann Gesichter erkennen, bis zu neun. Diese Gesichter werden dann verfolgt und als Fokus verwendet.

Kann man, soll man die SX 100 mit einer IXUS vergleichen? Die IXUS ist klein, verschwindend, kleiner als eine Zigarettenschachtel; die SX 100 ist schon etwas klobiger, griffiger. Die IXUS ist nett, die SX 100 ist hammer. Ein Foto mit ohne Licht braucht man mit einer IXUS ohne Blitz nicht versucht. Die SX 100 hat eine größere Optik, es kann also auch mit weniger Licht arbeiten. Licht ist ein gutes Stichwort: Der Blitz wird manuell dazu geschaltet, indem der Blitz aufgestellt wird. Zusätzlich kann ein weiterer Blitzschuh gekauft und montiert werden. Hatte ich erwähnt,dass man die Intensität einstelle kann?

Die Fotos sind acht Megapixel groß – wenn man will. Dazu ist es fast sinnlos, dass Canon eine 32 MB-SD-Karte zur Kamera gelegt hat. Es passen schätzungsweise 8 bis 10 Fotos auf die Karte, wenn man Abstriche macht auch mehr. Die 4 Gigabyte SDHC (Class 6) Karte macht Spaß in der Kamera – in meiner Wii und dem PC ist die Karte nicht lesbar. Für den Live-Betrieb macht es Sinn, 2 GB-Karten zu kaufen und AA-Akkus statt Batterien einzusetzen. Erst im Handbuch habe ich erfahren, dass man ca. 400 Fotos mit Batterien aber 1000 Fotos mit Akkus machen kann.

Ganz großes Kino ist der Lagesensor bei der Wiedergabe. Ein Bild im Querformat aufgenommen, ok! Hochformat?Kamera einfach um 90 Grad drehen – egal welche Richtung – und du siehst das Bild bildschirmfüllend auf dem Display. Das ist nur ein Schimmer von der Vielfalt der Kamera. Zwölf Programmarten – von Manuell über Auto, Szenenautomatik bis Video – ist ein weiterer Schimmer. Um die Kamera ganz zu kennen, braucht man Wochen. Der Geschmack nach DLSR bleibt und wird weiter geschürt. Für meine Bedürfnisse wird die Kamera bis auf weiteres reichen.

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