Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

Archive for the ‘Musik’ Category

Vodafone am Bahnhof Zoo

Posted by Florian - 10. August 2009

Endlich hat Vodafone es auch geschafft, emotionale Werbung zu erstellen. Die Telekom hat es vorgemacht und Blumen in einer Stadt regnen lassen. Jetzt wird man mit Vodafone zum Held.

Die Musik von David Bowie alleine trägt schon viel Emotion. Die Talking Heads in dem Spot sind allerdings Understatement pur. Man erkennt oder kennt die Personen nicht, wie zum Beispiel Sascha Lobo, Robert Basic und weitere in der Szene bekannte Blogger, Extremsportler Jürgen Mühling, Musiker und Interner-Star Ragnar Sólberg, quasi jede Person in dem Spot ist eine Internetpersönlichkeit.

So findet man natürlich den Weg zum jungen Publikum. Man ist hip, ja fast schon modern. Und man kann ein Held für einen Tag werden. Schöne Musik!

Allerdings peinlich wenn das alte Publikum, so wie ich, den Song kennt. Gerade die Version, in der David Bowie den deutschen Text singt. Dann denkt man auch an Bahnhof Zoo, Prostitution, Drogensumpf und den Ausweg in einer Überdosis. Alles zu sehen „Die Kinder vom Bahnhof Zoo“, dem Film über das Leben der Christiane F.

Überraschend, dass ein Weltkonzern wie Vodafone das Lied nicht auf diese Referenzen geprüft hat. Oder es ist egal gewesen. Ich weiß zufällig, dass Coca Cola sehr genau auf Zusammenhänge zwischen Musik und Marke wacht und es nicht akzeptieren würde mit Gangster-Rappern Werbung zu machen oder in Zusammenhang gebracht werden möchte.

Am Ende bleibt eine emotionale Internet-Kampagne von Vodafone, die tatsächlich im Jetzt angekommen zu sein scheinen. Hier noch ein wenig „Making-Of„.

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Soundtrack my Life of this Week

Posted by Florian - 14. März 2009

Ich habe schon vereinzelt über mein Berufsleben gebloggt, allerdings immer so, dass man es möglichst nicht zurückverfolgen kann oder sich die richtigen Leute falsch verstanden fühlen. Allerdings war diese Woche und die Woche davor und auch die nächsten Wochen sehr anstrengend und wir arbeiten alle nur für den Sonnenaufgang.

Der Soundtrack der Woche war eigentlich von Daft Punkt „Technologic“, weil am Ende habe ich mit nichts anderem zu tun. Vielleicht häng ich die Branche irgendwann an den Nagel, geh in den Wald und schnitze Stühle, aber bis dahin „Surf it, scroll it, pose it, click it“.

Irgendwo in meinem überladenden Hinterkopf, den dem 24/7 kleine Gnome versuchen, die Gedanken und Erinnerungen zu ordnen und zu verbinden, während ich neue Mails lese und Meetings halte, hatte ich etwas aus der taz liegen, das sich kritischer mit stumpfer Arbeit auseinander gesetzt hat. Allerdings, der zuständige Gnom hatte noch eine Kiste auf diese Gedanken gestellt, da kam ich nicht dran.

Eine von mir hoch geschätzte Kollegin aus der Musik-Abteilung hat mir dann folgendes Video zugeschickt:
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5. Philharmonischer Ball in Essen

Posted by Florian - 12. März 2009

Wie kann man einen großen Ball organisieren? In Essen hat man Erfahrung damit. In diesem Jahr fand der fünfte Philharmonische Ball in der Essener Philharmonie statt. Zahlreiche Prominente und Politiker sowie die High Society und der Mittelstand von Essen treffen sich einmal im Jahr in Abendgarderobe und feiern einen rauschenden Abend in Walzer und Swing-Boogie. Insgesamt waren es in diesem Jahr wieder fast 1500 Besucher.

Am 27. Februar 2009 begann der Ball pünktlich um 22 Uhr mit dem Konzert, das nicht durch den neuen Intendanten Johannes Bultmann eröffnet werden konnte, da er mit Grippe im Bett bleiben musste. Auch Michael Kaufmann, der in früheren Jahren immer eröffnete, war aus verständlichen Gründen nicht anwesend. Die Aufregung über seine Absetzung als früherer Intendant hält immer noch an.

Den Auftakt in dieser Nacht um fast 23 Uhr hatten die 80 Debütanten der Tanzschule Lenz – auch ich war damals Debütant, als diese noch von der Tanzschule Overrath gestellt wurden. Weitere Höhepunkte des Abends waren die Tänzer des Grün Gold Bremen und das Tanzpaar Markus Weiss und Isabel Edvardsson.

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Die Helden in der Bochumer Jahrhunderthalle

Posted by Florian - 30. März 2008

Der vergangene Freitag war hart. Ich bin kurz vor fünf aufgestanden, war um sieben Uhr im Büro und hatte gerade mal fünf Stunden geschlafen. So weit, so gut. Abends hatte ich dann noch ein Konzert von „Wir sind Helden“ vor mir. Mein Motto: Mit Kaffee geht alles.

Die Anfahrt nach Bochum war einfach, die Jahrhunderthalle gut ausgeschildert. Kurz vor der Halle der übliche Stau, der Parkplatz war groß genug und die Gebühr von 2,50 EUR annehmbar. Insgesamt waren die Preise human, die Getränke auch zweifuffzich mit einem Euro Pfand.

Ich habe es das erste Mal auf einem Konzert erlebt, dass Ohrenstöpsel am Merchendising-Stand verkauft wurden. Also habe ich direkt zugeschlagen, was auch gut war. Die Akustik auf dem Konzert war genial. Die Bühnenshow einfach aber zweckmäßig. Die Jahrhunderhalle erinnert von außen an eine Mischung aus Kongress- und Einkaufzentrum. Von innen ist es eher eine Industriehalle. Die Halle ist so groß, dass vorn die Bühne aufgebaut ist und in der Mitte und hinten ungefähr sechs Stände mit Getränken aufgebaut sind.

Die Vorband „The Amber Light“ war ganz gut. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und ein Sänger, der sich zwar keine Texte merken muss, dafür aber die Akkorde im Griff hat. Die Texte waren sehr eingängig und man kann leicht mitsingen. Anders gesagt, die Texte passen auf eine Postkarte.

Die Helden waren geprägt von Judiths Erkrankung. Sie hat sich bereits am Anfang für ihre heisere Stimme entschuldigt und versprach, das mit einer besseren Show-Performance wieder wettzumachen. Was man als Konzertgänger bei den Helden lernt: Man muss mitmachen. Verschiedene Figuren sind möglich: Das Korallenriff, die winkende Hand, die Faust, etc. Nachdem diese Figuren kommuniziert und geübt sind, geht Judith nochmal kurz die weiteren Figuren durch und mir kam’s zunächst so vor, als ob es irgendetwas Improvisiertes darstellt. Später kam es zu einem Deja-Vu: „Nur ein Wort“ wird auch in einer gehörlosen Version dargeboten. „Dein Schweigen ist ein Zelt, stellst es mitten in die Welt…

Bei der ersten Zugabe bin ich fast eingeschlafen. Das meine ich auch nicht böse, ich war einfach zu müde als Judith eine leise Ballade geträllert hat. Bei der nächsten Zugabe gab es eine kurze Lesung aus dem Buch der Helden, was zunächst nicht jedem im Publikum gefallen hat.

Neben den Helden sind „Die Piloten“ auf der Bühne, die ein Band-in-Band-Erlebnis hinterlassen. Die drei Bläser sind so gut in die Lieder integriert, als ob es niemals anders war. Sie führen von Jazz über Pop bis Ska und treiben darüber hinaus noch eine verdammt gute Bühnen-Performance und Choreographie.

Alles in allem war das Konzert spitze, Judiths Krankheit fiel kaum ins Gewicht. Nur das Publikum war stellenweise nervig. Genau vor mir standen zwei Familienväter, die ihre kleinen Töchter genau in unsere Sicht halten mussten. Andererseits war ich nicht der Jüngste auf dem Konzert, darüber muss ich inzwischen dankbar sein.

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Der vierte Philharmonische Ball in Essen

Posted by Florian - 16. März 2008

Am 29. Februar 2008 gab es den Ball in der Philharmonie Essen zum vierten Mal. Wie im letzten Jahr gab es zwei Kapellen im großen Alfried-Krupp-Saal im eine Jazz-Kapelle im RWE-Pavillon. Allerdings gab es auch manches, was nicht wie im letzten Jahr war.

Die Besucherzahl hat sich von 1600 auf 1800 erhöht. Für mich neu in diesem Jahr ist der dritte Saal in der zweiten Ebene des Saalbaus. Neu ist auch, dass nicht Tanzschule Overrath sondern Tanzschule Lenz die Debütanten stellt. Im letzten Jahr war ich einer der Debütanten. Und ich war sowas von im Eimer durch Grippe in diesem Jahr.

Die diesjährigen Debütanten hatten nach einem zügigen Einmarsch eine sehr schöne Choreographie, die Tanzpaare war jung aber trotzdem sehr koordiniert und diszipliniert. Sage und schreibe drei WDR Teams (.u.a „A40“) waren an dem Abend den Debütanten und dem Ball auf der Spur, dazu noch zahlreiche Vertreter der Lokalpresse.

Und wie es sich gehört, gab’s wieder Bürgermeister und Industrielle, Kleider und Anzüge.

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Winamp Remote, Überall-Musik

Posted by Florian - 12. Oktober 2007

Bei dem kürzlich erschienenen Winamp 5.5 kann man optional auch Winamp Remote installieren. Bei der Installation werden die nötigen Daten dann aus dem Netz nachgeladen, die Stand-alone-Installdatei ist etwa zehn Megabyte groß.

Man erhält damit einen Media-Proxy, der zum einen die Dateien und Medien an einen Dienst übermittelt und zum zweiten on-demand die Media-Dateien streamt und teilweise auch aufbereitet. Dafür ist eine kostenfreie Registrierung nötig. Von da an kann man von fast überall auf der Welt auf seine Medien zugreifen, vorausgesetzt der Host-Rechner ist eingeschaltet, online und nicht hinter einer Firewall.

Winamp Remote auf dem HandyGetestet habe ich es im Heimnetzwerk mit Wireless-LAN. Mit dem Handy melde ich mich über den Browser beim Winamp-Remote-Service an und bekomme eine schlanke Oberfläche, über die ich navigiere. Entweder Musik oder Video, dann nach Ordner, Playlist, zuletzt gespielt, Datum, oder oder oder.

Das Streamen von Musik geht problemlos. Der Stream kommt in meinem Fall als WMA Version 9 an und hat alle nötigen Meta-Informationen. Es steht auch drin, wo auf der Festplatte die Datei liegt. So kann ich gemütlich in der Wanne einen Podcast hören, der auf meinem Rechner im Arbeitszimmer liegt. Kein lästiges Kopieren, keine Anlage auf dröhnen stellen, einfach entspannt hören.

Vorspulen und Pausieren sind auch fast kein Problem, wobei vorspulen im laufenden Betrieb zu Aussetzern geführt hat. Wenn ich stoppe, vorspule und Play drücke, wird wieder regulär in den Zwischenspeicher geschrieben und abgespielt.

Das selbe geht prinzipiell auch mit Videos. Aufgrund der größeren Auswahl an Codecs ist das allerdings etwas komplizierter. Quicktime-Movies sind etwas problematisch, MPEGs wurden anstandslos gestreamt, wobei es nicht ganz bildschirmfüllend auf dem Handy ist. Dazu ist das Bild nicht ganz flüssig. Ähnlich ist es mit DivX, aber eine gefühlte Rate von 10 bis 15 Frames/sec ist in Ordnung.

Komischerweise ging das Streaming vom Host zum Handy mit Google-Videos (natives Google-Format) problemloser: Das Bild war groß, der Ablauf flüssig. Allerdings wie bei der Musik gibt es Probleme, im laufenden Betrieb zu spulen.

Alles in allem eine schöne, billige und umfassende Idee, eine Media-Center-Umgebung zu schaffen. Meine Wii, mein Handy und mein Notebook können endlich meine Musik überall mitnehmen. Und bei Freunden eingeladen kann ich die Musik auch teilen und per Passwort gesichert auch hochladen (per E-Mail, was mich wundert).

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Zehn Jahre Winamp, Winamp ferngesteuert

Posted by Florian - 10. Oktober 2007

Ich war ein jung, viel jünger als jetzt, als ich MP3 entdeckt habe. Seit diesen Jahren ist MP3 immer verbunden mit einem Programm: Winamp von Nullsoft. Es konnte anfangs MP3, jetzt ist es ein komplettes Media-Center.

Die heute erschienene Version Winamp 5.5 ähnelt Vorbildern wie iTunes oder AmaroK und hat zum ersten mal ein Ein-Fenster-Konzept, in dem sich die verschiedenen Listen anzeigen lassen. Was ist besondern schön finde, ist die Zusatzsoftware Winamp Remote, die Medien vom heimischen Rechner an alle Geräte streamt, die Internet haben: Meine Wii, mein Handy, wenn ich beim Kollegen bin.

Solche Lösungen gab es früher zwar auch, aber es ist überraschend wie einfach die Einbindung ist. Mit dem Handy im lokalen Netzwerk streamt der Rechner auch nur im lokalen Netzwerk. Videos werden so aufbereitet, dass mein Handy sie anzeigen kann. Über eine Weboberfläche kann ich „wie am Rechner“ auf meine Medien und Playlists zugreifen.

Aber was ist nicht alles in den letzten 10 Jahren passiert:

Mike das Llama hat mich begleitet über die steinige Version 1.x, die auf meinem Pentium 200 MHz lief. Damals, 1997. Man konnte die Software für 10$ kaufen, es lief aber auch so. Shareware, heutzutage vielleicht nicht jedem ein Begriff.

Das Llama hat es in Version 2.x geschafft, die viel flüssiger und stabiler lief. Äußerlich hat sich nicht viel verändert, unter der Haube soll ziemlich alles geändert und optimiert worden sein. Neue Formate wurden unterstützt, es gab auch MP3-Dateiausgabe. Somit hatte man ziemlich billig ein MP3-Konverter an der Hand. 2000 war es der am meisten verbreitete Media-Player. Damals hatte ich auch ein Winamp 2-Skin vom Spiel Counter Strike gemacht, das es heute allerdings nicht mehr gibt.

Als Nullsoft 1999 von AOL aufgekauft wurde, war es mir etwas mulmig. Die eher studentisch organisierte, offene Struktur an losen und festen Mitarbeitern sollte sich einem Medien-Konzern beugen.

Winamp3 war dann schließlich ein CPU-strotzender GUI-Gigant, der mehr Wert auf Aussehen als auf Stabilität lag. Transparenz, stufenloses Zoomen, vektorbasierte Grafik, XML-basierende Skins und interaktive Oberfläche, das war Hauptmerkmal der 3er-Serie. Dass es nicht nur anfangs zu regelmäßigen Abstürzen kam, sei nur am Rande erwähnt. Das Konzeot von mehreren unterschiedlichen Fenstern für Hauptsteuerung, Playlist und Media-Bibliothek hat sich bis jetzt gehalten.

Eine Version 4 gab es nie. Da Version zwei und drei nebeneinander weiterentwickelt wurden, ohne kompatibel zu sein, hat man eine Version 5 herausgebracht (zwei plus drei gleich fünf). Diese hatte allerdings anfangs die Kinderkrankheiten von drei geerbt.

Man merkt an Kindern, dass man alt wird. Oder Filmen. Oder eben Programmen.

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Loveparade Metropole Ruhr 2007 in Essen

Posted by Florian - 26. August 2007

Zunächst die gute Nachricht: Die Party lief reibungslos. Laut aktueller Pressemitteilung kamen 1,2 Millionen Jugendliche und jung gebliebene Menschen zum feiern nach Essen. Das ist bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 600.000 Einwohnern allerhand. Statistisch käme also ein Essener auf zwei Raver.

Da ich in der Nähe der Loveparade wohne, konnte ich mir das Ereignis gestern zu Fuß ansehen. Was ich allerdings schon zu Hause gemerkt habe war, dass ab 11 Uhr vormittags ständig mehrere Hubschrauber im Dienst und ab 13 Uhr mittags ständig Krankenwagen unterwegs waren. DJ Rettungswagen war am meisten und lautesten vertreten. Leider hatte er immer nur einen Sample und sehr wenig Bass.

Die „Floats“, die man vielleicht auch Karnevalswagen nennen könnte, waren standardisiert aufgebaut, bunt aufgemacht und hatten immer gute Stimmung an Board. Auch direkt neben einem der Wagen sind einem nicht sofort die Ohren abgefallen. Ohnehin war es überraschend human: Musik war moderat laut, man konnte sich unterhalten und man konnte sogar laufen! Dadurch, dass die Strecke sehr langgezogen war und der Fokusweg vom Hauptbahnhof lag, ist die Lage sehr deutlich zu entspannen gewesen.

Meine geheime Hoffnung war ja, junge, willige, nackte Raver-Tussies zu treffen. Ich traf alles. Die optimistisch geschätzte 50jährige in pinken Leggins mit Zellulite, die fünfzehnjährige mit Bieer in der Hand und verklemmpte Normalos wie mich. Die Anwohner an der Strecke hatten es sich größtenteils auch im Fenster oder auf Vordächern gemütlich gemacht und feierten mit.

Die Hauptfeier am Berliner Platz war riesig. Auf dem ehemaligen Zirkusplatz wurde eine quadratische Bühne aufgebaut, die zu jeder Seite eine Videowand hatte, riesig große Pfeiler, die 20 Meter in den Himmel gingen und sich oben zu einer Decke trafen. Scheinbar ging die Feier noch bis tief in die Nacht, ich konnte ein Dauerwummern der Bässe und DJ Rettungswagen noch bis nach ein Uhr nachts hören.

Am nächsten Tag ist alles sehr schnell aufgeräumt gewesen. Erstaunlich sauber und gemütlich bietet sich in der Stadt ein Bild, dass man meist nicht nach Silvester oder Karneval sehen kann. Scheinbar wurden die Bemühungen beim Aufbau noch durch die schnelle, effektive Arbeit beim Rückbau getoppt.

Alles in allem muss man den Hut ziehen vor der sauberen Organisation. Dass zwischenzeitlich der Hauptbahnhof wegen Überfüllung geschlossen werden musste und auch mache Autobahnausfahrt dicht gemacht wurde, war unvermeidbar aufgrund der schnell aufkommenden Massen. Ich denke, Essen hat den Standard gesetzt, an dem man sich im nächsten Jahr in Dortmund und danach in Bochum, Duisburg und schließlich Gelsenkirchen messen lassen muss.

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Fünf vor Zwölf in Gelsenkirchen: Grönemeyer in der Arena

Posted by Florian - 10. Juni 2007

Gestern durfte ich auf dem Grönemeyer-Konzert in Gelsenkirchen dabei sein. Ein genial-geiles Erlebnis, eine gute Abstimmung zwischen neuen und bekannten Liedern aus den letzten Alben „Zwölf“, „Mensch“, aber auch Klassikern wie „Bochum“ und letztlich auch „Currywurst“, ohne die Herbert nie aus der Arena gehen darf.

Die Stimmung bei der Vorband Clueso hielt sich in engen Grenzen. Das liegt nicht unbedingt an der Band, die durch „Chicago“ bekannt geworden ist. Sie gab sich Mühe und sprach das Publikum an, das auch etwas zurückgab. Allerdings klang in der letzten Reihe der Sound nicht ganz abgestimmt und hatte viel Echo, zudem war die Technik auf Sparflamme. Die Bühne war gut und gerne 150 bis 200 Meter breit, der Laufsteg ins Publikum läuft etwa 50 Meter und die Band nutzte eine Fläche aus, die Frau Hilton im Gefängnis zur Verfügung hat. Zudem war das Licht und die Videoanlage nicht aktiv.

Wer will denn auf solche Nebensächlichkeiten achten? Nach einer gefühlten halben Stunde Clueso hieß es erstmal warten. Bald kamen die ersten Sprechchöre und einzelne Rufe nach „Herbert“ auf. Schließlich haben sich die Leute im Innenraum mit La-Ola-Wellen die Zeit vertrieben, die durch das gesamte Stadion liefen: Vom Innenraum vorn nach hinten auf die Nordkurve, von dort in der Außenrunde nach vorne und dort in den Innenraum.

Nach zwei Werbespots kam eine riesige Video-Uhr zum Vorschein: Es ist fünf vor Zwölf. Die Uhr lief schließlich auf Zwölf und Herbert kam auf die Bühne und startete auf dem äußersten Ausläufer des Laufstegs, mitten im Publikum am Klavier mit Lied 6 – Leb‘ in meiner Welt des neuen Albums „Zwölf“.

Das Publikum gab Grönemeyer alles zurück. Alle gingen mit, konnten mitsingen, haben die Arme geschwungen und Feuerzeuge angemacht. Die Hymne auf das Ruhrgebiet, „Bochum“, wurde wie gewohnt durch das Steiger-Lied eingeleitet. „Ohne dich“ und „Spur“ sind weitere Lieder des neuen Albums.

Als es zu „Mensch“ kam, war das Publikum endgültig euphorisiert: Das Publikum sang nicht nur mit, sang nicht nur statt Herbert, es sang ach weiter als Herbert Grönemeyer schon längst das nächste Lied singen wollte. Er gab sich der Mehrheit und sieg noch in eine Freestyle „Mensch“-Version ein. Als er schließlich nach 90 Minuten zum ersten Mal von der Bühne ging, schrien die Fans, feierten, sangen, tanzen. Bis Grönie endlich wieder kam… und mit der Aussage, er würde nicht „Currywurst“ in der Zugabe singen, förmlich ausgepfiffen wurde.

Die Zugabe brachte Schmuseklassiker wie „Flugzeuge im Bauch“, nach dem zweiten Abtritt gab es immer noch keine „Currywurst“. Die dritte Zugabe brachte in verteilten Chören mit dem rechten und linken Flügel des Stadions „Zeit das sich was dreht“, wie vom Publikum schon vorher gewünscht. 60.000 Menschen, die etwas drehen. Aber ganz zum Schluss durfte man „Currywurst“ singen.

Meine Videos sind leider maximal 30 Sekunden lang, da meine Foto-Kamera beschränkt ist. Schaut mal auf YouTube nach Grönemeyer, da findet man noch einiges anderes.

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Banaroo in Essen getroffen… und Theo West

Posted by Florian - 18. April 2007

Bana-wer? Erinnert sich keiner? „Dubi Dam Dam“? Weine nicht, denn man kennt sie nicht, damm damm. Kamen aus einer RTL II Serie, hatten 2005 ihren Charthit und wenn Wikipedia nicht lügt, haben die Kollegen gerade wieder eine Scheibe draußen: „Ba Yonga Wamba„. Ich liebe internationale Texte.

Hätte ich mich vorher informiert, hätte ich gewusst, dass die vorm Saturn in Essen stehen sollen. Obwohl die hundert Meter vom Saturn weg waren. Wahrscheinlich wollten die die Kunden nicht vergraulen. Stimmen wie „Wer sind die denn?“ und „Ich kenn‘ die nicht, ich will die auch gar nicht kennen“ find ich zu fies. Da ist endlich mal eine Castingband über fast zwei Jahre zusammen und machen trotzdem noch Musik. Soll das mal ein Superstar aus der Bohlen-Show nachmachen. Oder ein Elzholz.

Theo West habe ich auch noch in der Fußgängerzone rumlaufen sehen. Er hatte irgendein Bild von einem Mann, wahrscheinlich unbekannter Schauspieler, in der Hand und hat netten Menschen fiese Fragen gestellt. Bin weitergegangen. Seit mein Interview zur Sonnenfinsternis mit (wie hieß er gleich?) Thomas Koschwitz nicht gesendet wurde, habe ich mit den Medien gebrochen.

Warum war ich überhaupt in der Stadt? Ich musste mir noch ein frisches Arbeitsgesetzbuch für meine Prüfung morgen kaufen. Wünscht mir alles Gute!

PS: Koschi, wenn du das liest: Der Himmel fällt einem nicht auf den Kopf weil die Sonne kurz nicht zu sehen ist! Und ein Moment der Stille war’s auch nicht, weil alle euphorisch geklatscht, geschrieen und gepfiffen haben. 😛

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„Alles Walzer…“ beim Philharmonieball in Essen

Posted by Florian - 4. März 2007

Ich gehöre zu den glücklichen vierzig Debütanten-Paaren beim Ball in der Essener Philharmonie, der am 2. März 2007 stattgefunden hat. Es ist ziemlich anstrengend. Vor allem nervt einen das Üben mit der Zeit, da die Termine jeden Sonntagmorgen in der Tanzschule waren. Wir haben seit September geübt, sieben Monate lang. Den Einmarsch, die Quadrille und den Wiener Walzer.

Schließlich war es so weit, der große Tag ist gekommen. Ich stecke in meinem 300-Euro-Anzug, meine Freundin im geliehenen Brautkleid, noch schnell einen Happen gegessen und um 17 Uhr müssen wir da sein.

  • 17:00 Uhr, Künstlereingang an der Philharmonie

Wir kommen mit dem Taxi an und entdecken unsere Tanzlehrer, so falsch sind wir also nicht. Im Probensaal ist unsere Umkleide hergerichtet, Frauen haben einen abgetrennten Bereich, die Jungs können sich ruhig in aller Öffentlichkeit bis auf die Unterhose ausziehen. Habe ich „Gleichberechtigung“ gehört? 🙂 Ein Fernsehteam des Westdeutschen Rundfunks ist uns auf den Fersen.

Die Frauen werfen sich in die teilweise sehr ausladenden und reichlich verzierten Kleider, manche Jungs vertreiben sich die Zeit mit Kartenspielen. Das Alter der Teilnehmer ist unterschiedlich: von 17 bis 37 ist alles vertreten, Singles, Paare, Eheleute.

  • 19:00 Uhr, Alfried Krupp Saal in der Philharmonie

Die erste Generalprobe mit Orchester. Der Einmarsch ist sehr langsam. Wir kommen kaum vom Fleck. Das geht in den Rücken, meiner Freundin in die Füße. Ihre Tanzschuhe sind etwas zu eng und die Füße werden nicht kleiner mit der Zeit. Das Geübte sitzt, die Koordination ist noch nicht optimal. Allerdings ist nach dem Einmarsch das Orchester etwas zu schnell, was uns sehr überrascht und so kommen wir deutlich aus dem Tritt bei der anschließenden Quadrille.

Diese eine Probe muss ausreichen. Das Orchester geht in ihre Umkleiden um Anzug und Uniform anzuziehen, wir üben den Einmarsch nochmal mit dem Tonband. Schmerzen und Anspannung nehmen zu. Nachdem der Teil absolviert ist und wir die endgültige Startaufstellung erreicht haben, kommt erstmal ein Fototermin auf der Treppe. Leider haben drei Paare es nicht geschafft und können nicht mittanzen, da sie überzählig sind.

  • 20:00 Uhr, irgendwo in der Philharmonie

Wir müssen warten. Wer will, besucht das Künstler Foyer („KüFo“), bleibt in der Umkleide oder läuft irgendwo in den Katakomben herum. Damen, die ein eigenes Kleid mitgebracht haben, dürfen sich umziehen und zum Zeitpunkt des Einlasses auch unter den Gästen herumlaufen. Mache haben die ganze Verwandtschaft eingeladen. Ich genehmige mir ein paar belegte Brötchen und etwas warme Cola im KüFo.

  • 21:00 Uhr, das Foyer der Philharmonie

Der Einlass hat begonnen. Die Menschen mit Rang und Namen finden in Abendgarderobe den Weg zu dem gesellschaftlichen Ereignis in Essen. Wer mag und wer es braucht, bekommt im Foyer von unseren Tanzlehrern nochmal einen Crashkurs im Wiener Walzer. Ansonsten wird der Champagner zu 12 Euro an den Stehtischen getrunken, man besetzt die Tische, die teilweise nur mit Glück und Beziehung zu buchen sind.

Wir bekommen die Ansage, dass wir um 22:05 Uhr im Probesaal anwesend sein müssen um dann zum großen Saal geführt zu werden.

  • 21:40 Uhr, Probesaal im zweiten Stock

Die letzten Frauen kommen, um ihr offizielles Ballkleid wieder anzuziehen. Es kommt zum ersten mal etwas wie Lampenfieber auf. Die Männer bekommen jetzt auch eine Rose ans Revers, die frischen Blumensträuße werden unter den Frauen verteilt. Wir warten gebannt darauf, abgeholt zu werden. Der Ablauf hängt um drei bis vier Minuten.

Endlich werden wir von zwei Angestellten der Philharmonie abgeholt. Unten kommt unsere Tanzlehrerin zu uns, die Aufregung nimmt zu. Geplant war der Einmarsch für 22:30 Uhr. Wir hängen im Zeitplan. Ein Fotograf macht Paar-Fotos von jedem Pärchen. Eine Angestellte der Philharmonie mit schickem Gucci-Täschchen steht per Funk mit der Regie in Kontakt. Im Täschchen ist gerade mal das Funkgerät, die sperrige Antenne schaut heraus und mit dem Knopf im Ohr und dem Mini-Mikrophon hat sie auf dem zweiten Blick Ähnlichkeit mit einer Personenschützerin oder einer Geheimdienstagentin.

  • 22:35 Uhr, vor dem Alfried Krupp Saal

Wir versuchen, Ruhe zu bewahren. Der Saal ist komplett befüllt. Die gesamte Fläche unten, alle beiden oberen Ränge, die Leute stehen teilweise. Alle möchten uns sehen. Schließlich öffnen sich die Türen und die Musik, die wir seit einem halben Jahr auswendig kennen, dringt heraus. Wie in Trance fangen wir an zu laufen. Im Gleichschritt links, rechts, links, rechts. Reflexartig hat sich ein Lächeln in meinem Gesicht fest gebissen. Kameras, Fotoapparate, Vertreter der Tageszeitungen, des WDR, offizielle Fotografen der Tanzschule und der Philharmonie, der Bürgermeister der Stadt, viele Privatpersonen, alle Augen auf uns. Und ich lächele.

Die Angst, dass die beiden Linien, die synchron einziehen, sich nicht abstimmen können, da der Abstand von ungefähr 40 Metern zu groß ist oder Personen die Sicht verdecken, ist unbegründet. Es sind auch keine Debütanten gefallen, zumindest habe ich keine fallen sehen. Keine Beulen laufen, gerade Reihen halten, nicht den Anschluss verlieren, links, rechts, links, rechts, lächeln, links, rechts.

Der Saal ist bis unters Dach gefüllt: 1750 Personen sind zum Einmarsch der Debütanten anwesend. Die Aufstellung nach dem Einmarsch ist in Ordnung, jetzt bloß nicht wieder zu schnell bei der Quadrille. Die läuft vollautomatisch ab. Das Gelernte spult sich wie ein Programm ab, kein Gedanke an Ausrutschen oder Fehltritte. Auch der Wiener Walzer danach macht keine Probleme. Jetzt kommt mein Angst-Augenblick. „Alles Walzer!“ Es gibt vier Reihen, die beiden äußeren Reihen sollen jeweils eine Person aus dem Publikum zum Tanz auffordern. Fremde Menschen. Und ich stehe in der äußeren Reihe.

Ich suche mir die sympatischste Frau heraus, die in der Nähe sitzt. Es ist ihr erster Besuch des Philharmonischen Balls, genau wie meiner. Die Tanzfläche füllt sich. Alle Personen versuchen nun, ihr Stückchen auf der Tanzfläche zu reservieren, bald reicht der Platz nicht einmal zum Drehen und man kann nur noch hin und her wiegen. Der Tanz ist nach drei Minuten vorbei und ich habe es geschafft.

  • 23:00 Uhr, Champagner-Stand

Jetzt kann ich mich beruhigen. Das Gröbste ist hinter mir. Für die Aufregung habe ich Verzehrkarten, Backstage-Karten (für die Garderobe), Platzkarten (im obersten Rang mit Sichtbehinderung) und Flanierkarten zum Tanzen. Eine Komplettausstattung, die ich mir sonst mit Geld nicht hätte leisten können.

Die Nacht wurde noch lang. Die zwei weiteren Show-Punkte habe ich mir angesehen. Da erst begreife ich, dass wir auch im Rampenlicht standen. Wie es von außen aussieht, wie groß der Saal ist und wie konzentriert man arbeiten muss. Bis morgens um drei Uhr wurden Walzer, Cha-Cha, Rumba, Foxtrott und Tango getanzt. Ein außergewöhnlicher Abend, der viel zu schnell vorbei ging. Ein gesellschaftliches Ereignis, auf dass wir uns ein halbes Jahr lang vorbereitet haben.

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