Mal wieder Streik

Bereits Anfang der Woche angekündigt, treten die Bahn-Mitarbeiter der GDL heute von 8 bis 11 Uhr in den Streik. Ich bin deswegen schon etwas früher aufgestanden und war der erste in der Firma. Bis auf Service-Mitarbeiter im Düsseldorfer Hauptbahnhof, habe ich nichts gesehen. Ein Nachtzug hat bereits 80 Minuten Verspätung.

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Streik am Bahnhof

Die Zugführer haben gestreikt. Schön und gut, sollen sie. Heute morgen, so gegen acht Uhr für ein paar Minuten. Komm ich mit klar.

Abends gibt’s immer noch Verspätungen bis zu zwei Stunden. Da komm ich nicht mit klar.

Ich hab offene Schnürsenkel und das ist gut so.

Es ist Frühling und du möchtest angesprochen werden? Lass du Schuhe offen! Gestern am Bahnhof bin ich von einem Stock in der Seite getroffen worden, eine nette, ältere Frau mit glasigem Blick gab mir zu verstehen, dass mein Schuh offen ist. Zumindest meine ich das, ich hatte wieder den iPod im Ohr.

Warum glauben Menschen über fünfzig, dass man über seine Schuhriemen stolpert? Ich habe jetzt mehr als fünfundzwanzig Jahre Erfahrung mit dem aufrechten Gang. Von einer Zeit in der Grundschule mit Klettverschluss und der Zeit bei der Bundeswehr mit Springer-Stiefeln habe ich meistens Schuhe mit Schnürsenkeln getragen. Und die gehen schon mal auf.

Ich habe mich mal versucht, beim Gehen zu beobachten. Ist es technisch möglich, dass ich mir auf den Schnürsenkel trete und dadurch falle, sterbe, querschnittsgelähmt unter den Laster komme? Ich glaube nicht. Der Schuh mit den offenen Senkeln ist immer entgegengesetzt zum Fuß, der drauftreten will. Durch Fliehkraft und die Gehgeschwingigkeit erfährt der Senkel auch einen Impuls nach außen, wodurch er sich wiederum entfernt.

So lange also die durchschnittliche Schrittlänge größer ist als die Hälfte der Schnürsenkel-Länge, kann mir nichts passieren. Selbst wenn nicht ich, sondern jemand anders drauftritt, sollte ich so viel Reaktion und Gleichgewicht aufbringen, dass nichts passiert. Unterm Strich finde ich es ziemlich nervig und möchte betonen, dass mir nie etwas passiert ist. Sollte mir etwas passieren ist das schlimmste, dass der Schnürsenkel reißt. Alle anderen morbiden Schreckensbilder kann man sich sparen.

Möglicher Bombenfund am Hauptbahnhof in Essen

Als ich vor einer Stunde um 19:00 Uhr am Hauptbahnhof angekommen bin, liefen schon viele Pendler telefonierend mit einem Handy herum. Auf dem Weg zum Bus habe ich dann gesehen warum: Der Bahnhof ist weiträumig abgesperrt.

Die Vorder- und Rückseite des Bahnhofs, die Untertunnelung und der U-Bahnbereich sind durch Polizei und Wachschutz abgesperrt. Laut Aussage einer Polizistin ist ein verdächtiger Koffer gegen 17:30 Uhr gefunden worden. Eine Stunde später hat ein Spezialkommando den Koffer näher untersucht.

Update (21.03.2007, 9:00 Uhr): Weder Bundespolizei noch Feuerwehr oder Polizei Essen haben Pressemeldungen über den Vorfall veröffentlicht. Da es zu keiner Detonation kam, ist der Fund entweder harmlos oder entschärft worden. Pressemittelungen werden möglicherweise aus ermittlungstaktischen Gründen zurück gehalten.

Update (24.03.2007, 23:00 Uhr): Immer noch keine offiziellen Meldungen. Wenigstens wildbits hat darüber gebloggt, sonst würde ich meinen, ich hätte geträumt.

Busfahrer haben es auch nicht leicht

Heute morgen bin ich wieder an einen Spaßvogel geraten. Zu spät aus dem Haus, den Schnellbus verpasst und dem normalen Bus zum Hauptbahnhof hinterher gerannt. Der Fahrer macht noch extra die Tür auf, sagt eswas wie „auf den letzten Metern…“, raunt mir noch ein „Danke schön“ hinterher als ich einen Sitzplatz suche und fährt froh gelaunt weiter.

Ich wäre am liebsten mit meiner Visitenkarte nach vorne gegangen und hätte ihm gesagt, ich suche noch ÖPNV-Mitarbeiter für mein Comedy-Programm im Sommer. Er wäre da genau der Richtige. Ich brauche welche mit Sarkasmus und Zynismus, das Leben ist kein Ponyhof. Leider war es in dem Moment auch nicht mehr spontan und ich kam auch nicht gegen die Beschleunigungskraft von ungefähr 4G an.
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Der Bahn wird’s zu kalt

Nachdem es in Deutschland friert und in Teilen Deutschlands Schnee fällt, hat die Bahn eine weitere Ausrede gute Erklärung für ihre Verspätungen. Für den Weg, der mich normalerweise 90 Minuten kosten würde, darf ich gut und gerne 120 Minuten und mehr einplanen.

Ich bin aber auch zu hart. Orkan Kyrill ist nicht lang her, da kommt jetzt noch Schnee und Glatteis. Fahrer mit Sommerreifen steigen auf die Bahn um, es türmt sich im Berufsverkehr und dann fallen noch die Loks aus. Man kann doch nicht ahnen, dass es im Januar schneit!

Gut, ich habe es selbst nicht geglaubt. Vor zwei Wochen konnte man noch im T-Shirt vor die Tür gehen bei teilweise an die 15 Grad im Schatten.

Der Kyrill-Faktor

Ich wurde gewarnt. Ich kann nicht sagen, dass ich nicht gewarnt wurde. Es würde ein Orkan kommen. Aber was heißt das schon?

Um 14:00 Uhr war draußen noch alles normal. Es zog ein Wind, aber der war nicht ungewöhnlich. Gegen 15:00 Uhr hätte ich lesen können, dass erste Bahnverbindungen zusammengebrochen sind. Gegen 17:00 Uhr habe ich dann wie gewohnt die Arbeit verlassen und bin den Weg nach Hause angetreten.

Am Hauptbahnhof in Düsseldorf habe ich um 17:20 Uhr dann nicht nur meinen Kollegen getroffen, der früher ging als ich, sondern noch ungefähr 800 bis 1000 andere Personen. Sie liefen wild durcheinander, starrten auf die große Anzeige im Foyer, kamen vom Gleis oder standen am Service Point. Spätestens da war mir klar: Ich wurde gewarnt.

komplettes Chaos In diesem Chaos gingen wir erstmal herrlich was schlemmen bei Micky D., wo ich auf unseren Bundestrainer Joachim Löw traf. Wenn Ballack dafür Werbung macht, darf Jogi auch einen Burger futtern. Überrascht sah ich ihn nur an mir vorbeigehen. Warum soll der’s denn besser haben. Gut, Bahn fährt halt nicht; rufen wir jemanden an, der uns fahren kann.

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