5. Philharmonischer Ball in Essen

Wie kann man einen großen Ball organisieren? In Essen hat man Erfahrung damit. In diesem Jahr fand der fünfte Philharmonische Ball in der Essener Philharmonie statt. Zahlreiche Prominente und Politiker sowie die High Society und der Mittelstand von Essen treffen sich einmal im Jahr in Abendgarderobe und feiern einen rauschenden Abend in Walzer und Swing-Boogie. Insgesamt waren es in diesem Jahr wieder fast 1500 Besucher.

Am 27. Februar 2009 begann der Ball pünktlich um 22 Uhr mit dem Konzert, das nicht durch den neuen Intendanten Johannes Bultmann eröffnet werden konnte, da er mit Grippe im Bett bleiben musste. Auch Michael Kaufmann, der in früheren Jahren immer eröffnete, war aus verständlichen Gründen nicht anwesend. Die Aufregung über seine Absetzung als früherer Intendant hält immer noch an.

Den Auftakt in dieser Nacht um fast 23 Uhr hatten die 80 Debütanten der Tanzschule Lenz – auch ich war damals Debütant, als diese noch von der Tanzschule Overrath gestellt wurden. Weitere Höhepunkte des Abends waren die Tänzer des Grün Gold Bremen und das Tanzpaar Markus Weiss und Isabel Edvardsson.

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Essen wird umgebaut – der Verkauf geht weiter

Und? Schon mal in meiner schönen Heimatstadt Essen an der Ruhr gewesen? In letzter Zeit? Ein Kollege von mir war am Hauptbahnhof von Essen und fluchte nicht schlecht und sprach mir aus der Seele. Das kann man doch in einer Stadt nicht machen! Essen wird gerade fast komplett umgebaut. Es erinnert mich in Grundzügen an Berlin, nur nicht so groß. Und vielleicht auch nicht so schön. Aber mit Sicherheit genauso bescheuert mit Baustellen gepflastert.

Der komplette Hauptbahnhof ist gesperrt. Täglich mehr als 130.000 Reisende, unterm Bahnhof eine U-Bahn mit acht Bahnsteigen und nebenan ein Busbahnhof. Das Drehkreuz für Reisende von und nach Essen. Alles teilgesperrt, umgezogen, verlegt, geschlossen.

Vogelperspektive Essen Hauptbahnhof
Vogelperspektive Essen Hauptbahnhof

Und trotzdem funktioniert alles weiter. Nebeneingänge sind als Rinnsale die einzige Einfalltore für die zahllosen Berufspendler. Ehemalige Solzialräume dienen als Bäckerei. Bauwagen als Kiosks. Der Busbahnhof ist umgezogen, die U-Bahn fast komplett geräumt.

Wofür macht man das? Essen will sich herausputzen. Essen ist Hauptstadt, also muss man auch aussehen wie eine Hauptstadt. Eine Kulturhauptstadt 2010. Das hat zur Loveparade 2007 auch niemanden interessiert. Die Hauptkundgebung fand in Sichtweite zum Berliner Platz statt, dem größten Bauplatz, den ich je gesehen habe. Das komplette Karstadt-Gebäude niedergerissen und zusammen mit Sinn zu einer Shopping-Mall wieder aufgebaut. Offenbar hat es niemanden interessiert. Offenbar hat sich niemand geschämt.

Für regelmäßige Pendler wie mich ist es eine Mischung aus Tortur und Abenteuer, täglich den Bahnhof nutzen zu müssen. Am Nebeneingang sind regelmäßig Bahn-Angestellte, denn das Reisezentrum ist auch nicht wirklich in Betrieb. Von einem Gleis zum nächsten zu kommen ist komplizierter als eine chinesische Bastelanleitung. Wilde Schilder lotsen einen in alle Richtungen.

Das kann doch nicht ernst gemeint sein! Das Innere des Bahnhofs ist in zwei Etagen gebaut. Unten kommt man rein, oben geht man zu den Gleisen. Kann man nicht erst die eine, dann die andere Ebene sperren und umbauen, damit der Haupteingang benutzbar bleibt? Und überhaupt, was tut sich da? Seit fast zwei Monaten ist alles zu, Arbeiter oder Arbeiten sind nicht zu erkennen. Nicht, dass die Zeit drängt. 2010 ist ja noch lange hin. Wenn man 2010 sagt, meint man sicher auch ENDE 2010.

Für mich sieht’s so aus, als ob man wieder die falschen Leute gefragt hat. Oder Geld sparen wollte. Mit dem jetzigen Elan wird man bis Ende 2009 nur eine Baustelle haben, die man der Welt stolz präsentieren kann. Die U-Bahn wurde bereits umgebaut und freundlicher gemacht. Nachdem die Wand-Platten ohnehin schon von alleine abgefallen sind, hat man alle abgenommen. Was darunter lag, war auch nicht schön, dafür hat man alles noch blau und gelb angestrahlt – fertig.

Das sieht so scheiße aus, dass ich mir fast schon wünsche, in Gelsenkirchen zu wohnen. Die U-Bahn dort sieht um Welten besser aus. Aber jetzt wird ja der komplette Unterbau des Essener Hauptbahnhofs renoviert. Ob es überflüssig, zu teuer oder nur falsch geplant ist, kann ich bis jetzt nicht sagen. Aber irgendwie hätte es doch nicht so dermaßen massiv sein müssen.

Siehe auch:

Essener Hauptbahnhof von außen
Essener Hauptbahnhof von innen
Essener Hauptbahnhof von innen
Baustellenschilder im Bahnhof
Geschlossene Geschäfte im Bahnhof
Geschlossenes Reisezentrum
U-Bahn in Essen wird umgebaut
U-Bahn in Essen wird umgebaut
U-Bahn von Essen
U-Bahn von Essen
U-Bahn wird umgebaut
U-Bahn wird umgebaut
Vom City Center zur Rathaus Galerie
Vom City Center zur Rathaus Galerie

Geschäfte schließen im City Center
Geschäfte schließen im City Center

Der vierte Philharmonische Ball in Essen

Am 29. Februar 2008 gab es den Ball in der Philharmonie Essen zum vierten Mal. Wie im letzten Jahr gab es zwei Kapellen im großen Alfried-Krupp-Saal im eine Jazz-Kapelle im RWE-Pavillon. Allerdings gab es auch manches, was nicht wie im letzten Jahr war.

Die Besucherzahl hat sich von 1600 auf 1800 erhöht. Für mich neu in diesem Jahr ist der dritte Saal in der zweiten Ebene des Saalbaus. Neu ist auch, dass nicht Tanzschule Overrath sondern Tanzschule Lenz die Debütanten stellt. Im letzten Jahr war ich einer der Debütanten. Und ich war sowas von im Eimer durch Grippe in diesem Jahr.

Die diesjährigen Debütanten hatten nach einem zügigen Einmarsch eine sehr schöne Choreographie, die Tanzpaare war jung aber trotzdem sehr koordiniert und diszipliniert. Sage und schreibe drei WDR Teams (.u.a „A40“) waren an dem Abend den Debütanten und dem Ball auf der Spur, dazu noch zahlreiche Vertreter der Lokalpresse.

Und wie es sich gehört, gab’s wieder Bürgermeister und Industrielle, Kleider und Anzüge.

„Eine Cola Light, bitte“ – „So etwas führen wir hier gar nicht!“

Am Wochenende habe ich mich mit meiner Freundin in eine Seitengasse in der Essener Innenstadt ziehen lassen um dort im „Seitenblick“ etwas zu essen. Die erste Karte, die ich in die Hand bekommen habe, war die Getränkekarte. Die ist so ausführlich wie sonst woanders die Speisekarte und bietet jede Form von Saft, Heißer Schokolade und Wein an. Da wären wir schon bei den drei Spezialitäten: Frische Säfte von Streuobstwiesen, exzellenter Wein und eine Heiße Schokolade in allen Variationen.

Gut, die Getränkekarte war zugegebenermaßen zu groß für mich, ich hatte hunger! Also wartete ich myrrisch auf den Kellner um das Vorgeplenkel um die Getränke auszufechten und die Speisekarte einzufordern. Meine Getränkewahl fiel uninspiriert auf eine Cola Light. Stille. Nach einer Sekunde schaute der Kellner mich an, als ob ich auf den Tisch gekackt hätte und sagte: „So etwas führen wir hier gar nicht“. Mein Leben schoss an mir vorbei. Vornehmlich die letzten fünf Minuten, ich versuchte mich zu erinnern, was hier wohl in der Getränkekarte steht… wenn keinen Cola… Bionade! Holunder bitte.

Ich hoffe, das passiert öfter: Das Konzept des Seitenblick ist es, ein möglichst gesundes Mahl zu bereiten mit frischen und biologischen Produkten. Das Konzept, sich an süddeutschen Bauernschänken zu orientieren, fiel mir nicht sofort auf. Der Steinkrug, der die Apfelschorle meiner Freundin beherbergte, hätte mich drauf bringen können. Der Flammkuchen auch, der übrigens hervorragend geschmeckt hat. Der Beilagensalat war zunächst gewöhnungsbedürftig, da ich gewohnt bin, das Dressing als Hauptkomponente zu sehen und die Salatblätter als Beiwerk. Hier konnte der Salat im Duett mit frischen Kräutern seinen Geschmack entfalten und wurde dezent vom Kirschbalsamiko unterstützt. Sehr lecker!

Alles in allem ist das Seitenblick ein Lokal, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Leckeres, gesundes Essen, sehr gute Getränke und beim nächsten Mal versuche ichs mit Fanta.

Essener Lichtwochen 2007 eröffnet

Gestern sind die Essener Lichtwochen 2007 eröffnet worden. In der Weihnachtszeit wird die Essener Fußgängerzone durch zahlreiche Lichtbilder verschönert, die sich jedes Jahr an Themen orientieren. Dieses Jahr ist das Gastland Finnland.

Unser Oberbürgermeister Dr. hc. Reiniger hatte zusammen mit einer Landesministerin und dem Botschaftsbeauftragten von Finnland die Lichtwochen feierlich eröffnet. Allerdings nicht ohne wortreich den Sponsoren zu danken, die Symbolträchtigkeit zu betonen, auf die Kulturhauptstadt 2010 hinzuweisen, und, und, und. Viele Leute waren dann bereits aus Langeweile gegangen.

Nachdem also auf den Knopf gedrückt wurde, setzte sich die Masse um 18:15 Uhr am Hauptbahnhof in fahrt und man schritt dicht an dicht mit der finnischen Blaskapelle voran in Richtung Porscheplatz, wo um 19 Uhr das Feuerwerk stattfinden sollte.

Wenn es bei der Eröffnung schon voll war, war es auf dem Porscheplatz richtig geknüddelt. Ich schätze, es waren gut 5.000 Personen dort. Eine feierliche Rede, die man akustisch allerdings nicht gehört hat, fing pünktlich gegen 19 Uhr an. Das Feuerwerk war äußerst präzise auf die Musik abgestimmt. Ein Medley aus finnischer Volksmusik, Klassik, Pop und Schlager. Die Bilder des Feuerwerks waren nicht sehr pompös, dafür aber sehr schön farblich abgestimmt.

Loveparade Metropole Ruhr 2007 in Essen

Zunächst die gute Nachricht: Die Party lief reibungslos. Laut aktueller Pressemitteilung kamen 1,2 Millionen Jugendliche und jung gebliebene Menschen zum feiern nach Essen. Das ist bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 600.000 Einwohnern allerhand. Statistisch käme also ein Essener auf zwei Raver.

Da ich in der Nähe der Loveparade wohne, konnte ich mir das Ereignis gestern zu Fuß ansehen. Was ich allerdings schon zu Hause gemerkt habe war, dass ab 11 Uhr vormittags ständig mehrere Hubschrauber im Dienst und ab 13 Uhr mittags ständig Krankenwagen unterwegs waren. DJ Rettungswagen war am meisten und lautesten vertreten. Leider hatte er immer nur einen Sample und sehr wenig Bass.

Die „Floats“, die man vielleicht auch Karnevalswagen nennen könnte, waren standardisiert aufgebaut, bunt aufgemacht und hatten immer gute Stimmung an Board. Auch direkt neben einem der Wagen sind einem nicht sofort die Ohren abgefallen. Ohnehin war es überraschend human: Musik war moderat laut, man konnte sich unterhalten und man konnte sogar laufen! Dadurch, dass die Strecke sehr langgezogen war und der Fokusweg vom Hauptbahnhof lag, ist die Lage sehr deutlich zu entspannen gewesen.

Meine geheime Hoffnung war ja, junge, willige, nackte Raver-Tussies zu treffen. Ich traf alles. Die optimistisch geschätzte 50jährige in pinken Leggins mit Zellulite, die fünfzehnjährige mit Bieer in der Hand und verklemmpte Normalos wie mich. Die Anwohner an der Strecke hatten es sich größtenteils auch im Fenster oder auf Vordächern gemütlich gemacht und feierten mit.

Die Hauptfeier am Berliner Platz war riesig. Auf dem ehemaligen Zirkusplatz wurde eine quadratische Bühne aufgebaut, die zu jeder Seite eine Videowand hatte, riesig große Pfeiler, die 20 Meter in den Himmel gingen und sich oben zu einer Decke trafen. Scheinbar ging die Feier noch bis tief in die Nacht, ich konnte ein Dauerwummern der Bässe und DJ Rettungswagen noch bis nach ein Uhr nachts hören.

Am nächsten Tag ist alles sehr schnell aufgeräumt gewesen. Erstaunlich sauber und gemütlich bietet sich in der Stadt ein Bild, dass man meist nicht nach Silvester oder Karneval sehen kann. Scheinbar wurden die Bemühungen beim Aufbau noch durch die schnelle, effektive Arbeit beim Rückbau getoppt.

Alles in allem muss man den Hut ziehen vor der sauberen Organisation. Dass zwischenzeitlich der Hauptbahnhof wegen Überfüllung geschlossen werden musste und auch mache Autobahnausfahrt dicht gemacht wurde, war unvermeidbar aufgrund der schnell aufkommenden Massen. Ich denke, Essen hat den Standard gesetzt, an dem man sich im nächsten Jahr in Dortmund und danach in Bochum, Duisburg und schließlich Gelsenkirchen messen lassen muss.

Banaroo in Essen getroffen… und Theo West

Bana-wer? Erinnert sich keiner? „Dubi Dam Dam“? Weine nicht, denn man kennt sie nicht, damm damm. Kamen aus einer RTL II Serie, hatten 2005 ihren Charthit und wenn Wikipedia nicht lügt, haben die Kollegen gerade wieder eine Scheibe draußen: „Ba Yonga Wamba„. Ich liebe internationale Texte.

Hätte ich mich vorher informiert, hätte ich gewusst, dass die vorm Saturn in Essen stehen sollen. Obwohl die hundert Meter vom Saturn weg waren. Wahrscheinlich wollten die die Kunden nicht vergraulen. Stimmen wie „Wer sind die denn?“ und „Ich kenn‘ die nicht, ich will die auch gar nicht kennen“ find ich zu fies. Da ist endlich mal eine Castingband über fast zwei Jahre zusammen und machen trotzdem noch Musik. Soll das mal ein Superstar aus der Bohlen-Show nachmachen. Oder ein Elzholz.

Theo West habe ich auch noch in der Fußgängerzone rumlaufen sehen. Er hatte irgendein Bild von einem Mann, wahrscheinlich unbekannter Schauspieler, in der Hand und hat netten Menschen fiese Fragen gestellt. Bin weitergegangen. Seit mein Interview zur Sonnenfinsternis mit (wie hieß er gleich?) Thomas Koschwitz nicht gesendet wurde, habe ich mit den Medien gebrochen.

Warum war ich überhaupt in der Stadt? Ich musste mir noch ein frisches Arbeitsgesetzbuch für meine Prüfung morgen kaufen. Wünscht mir alles Gute!

PS: Koschi, wenn du das liest: Der Himmel fällt einem nicht auf den Kopf weil die Sonne kurz nicht zu sehen ist! Und ein Moment der Stille war’s auch nicht, weil alle euphorisch geklatscht, geschrieen und gepfiffen haben. 😛