Reise nach Jerusalem

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Essen wird umgebaut – der Verkauf geht weiter

Posted by Florian - 25. Oktober 2008

Und? Schon mal in meiner schönen Heimatstadt Essen an der Ruhr gewesen? In letzter Zeit? Ein Kollege von mir war am Hauptbahnhof von Essen und fluchte nicht schlecht und sprach mir aus der Seele. Das kann man doch in einer Stadt nicht machen! Essen wird gerade fast komplett umgebaut. Es erinnert mich in Grundzügen an Berlin, nur nicht so groß. Und vielleicht auch nicht so schön. Aber mit Sicherheit genauso bescheuert mit Baustellen gepflastert.

Der komplette Hauptbahnhof ist gesperrt. Täglich mehr als 130.000 Reisende, unterm Bahnhof eine U-Bahn mit acht Bahnsteigen und nebenan ein Busbahnhof. Das Drehkreuz für Reisende von und nach Essen. Alles teilgesperrt, umgezogen, verlegt, geschlossen.

Vogelperspektive Essen Hauptbahnhof

Vogelperspektive Essen Hauptbahnhof

Und trotzdem funktioniert alles weiter. Nebeneingänge sind als Rinnsale die einzige Einfalltore für die zahllosen Berufspendler. Ehemalige Solzialräume dienen als Bäckerei. Bauwagen als Kiosks. Der Busbahnhof ist umgezogen, die U-Bahn fast komplett geräumt.

Wofür macht man das? Essen will sich herausputzen. Essen ist Hauptstadt, also muss man auch aussehen wie eine Hauptstadt. Eine Kulturhauptstadt 2010. Das hat zur Loveparade 2007 auch niemanden interessiert. Die Hauptkundgebung fand in Sichtweite zum Berliner Platz statt, dem größten Bauplatz, den ich je gesehen habe. Das komplette Karstadt-Gebäude niedergerissen und zusammen mit Sinn zu einer Shopping-Mall wieder aufgebaut. Offenbar hat es niemanden interessiert. Offenbar hat sich niemand geschämt.

Für regelmäßige Pendler wie mich ist es eine Mischung aus Tortur und Abenteuer, täglich den Bahnhof nutzen zu müssen. Am Nebeneingang sind regelmäßig Bahn-Angestellte, denn das Reisezentrum ist auch nicht wirklich in Betrieb. Von einem Gleis zum nächsten zu kommen ist komplizierter als eine chinesische Bastelanleitung. Wilde Schilder lotsen einen in alle Richtungen.

Das kann doch nicht ernst gemeint sein! Das Innere des Bahnhofs ist in zwei Etagen gebaut. Unten kommt man rein, oben geht man zu den Gleisen. Kann man nicht erst die eine, dann die andere Ebene sperren und umbauen, damit der Haupteingang benutzbar bleibt? Und überhaupt, was tut sich da? Seit fast zwei Monaten ist alles zu, Arbeiter oder Arbeiten sind nicht zu erkennen. Nicht, dass die Zeit drängt. 2010 ist ja noch lange hin. Wenn man 2010 sagt, meint man sicher auch ENDE 2010.

Für mich sieht’s so aus, als ob man wieder die falschen Leute gefragt hat. Oder Geld sparen wollte. Mit dem jetzigen Elan wird man bis Ende 2009 nur eine Baustelle haben, die man der Welt stolz präsentieren kann. Die U-Bahn wurde bereits umgebaut und freundlicher gemacht. Nachdem die Wand-Platten ohnehin schon von alleine abgefallen sind, hat man alle abgenommen. Was darunter lag, war auch nicht schön, dafür hat man alles noch blau und gelb angestrahlt – fertig.

Das sieht so scheiße aus, dass ich mir fast schon wünsche, in Gelsenkirchen zu wohnen. Die U-Bahn dort sieht um Welten besser aus. Aber jetzt wird ja der komplette Unterbau des Essener Hauptbahnhofs renoviert. Ob es überflüssig, zu teuer oder nur falsch geplant ist, kann ich bis jetzt nicht sagen. Aber irgendwie hätte es doch nicht so dermaßen massiv sein müssen.

Siehe auch:

Essener Hauptbahnhof von außen

Essener Hauptbahnhof von innen

Essener Hauptbahnhof von innen

Baustellenschilder im Bahnhof

Geschlossene Geschäfte im Bahnhof

Geschlossenes Reisezentrum

U-Bahn in Essen wird umgebaut

U-Bahn in Essen wird umgebaut

U-Bahn von Essen

U-Bahn von Essen

U-Bahn wird umgebaut

U-Bahn wird umgebaut

Vom City Center zur Rathaus Galerie

Vom City Center zur Rathaus Galerie

Geschäfte schließen im City Center

Geschäfte schließen im City Center

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Essen, die Einkaufsstadt: Das neue Zentrum am Limbecker Platz

Posted by Florian - 6. April 2008

Essen die EinkaufsstadtWenn man am Hauptbahnhof von Essen ankommt und Richtung Einkaufsstraße schaut, sieht man auf dem Handelshof die großen Leuchtbuchstaben „ESSEN DIE EINKAUFSSTADT“. Diese Bezeichnung ist spätestens seit Eröffnung des CentrO in Oberhausen so eine Wunschvorstellung wie die Aktion Gelsenkirchens vor einigen Jahren, die in der Innenstadt Schilder mit der Aufschrift „Gelsenkirchen – Stadt ohne Gewalt“ aufgestellt hat.

Essen hat einiges zu bieten, aber als Einkaufsstadt habe ich es nie gesehen. Im Essener Zentrum gibt es drei Haupt-Einkaufsstraßen, die Kettwiger Straße, die Limbecker Straße und das City-Center am Porscheplatz. Diese Straßen bilden ein Dreieck und sind eher im alten Stil der Innenstädt aufgebaut. Das City-Center war ein mutiger Schritt in Richtung Shopping Mall: Eingeschössig, überdacht, einheitliche Ladenfront, im Untergeschoss eine Bus- und U-Bahn-Station.

Am Ende der Limbecker Straße findet sich das Karstadt-Gebäude wie ein Palast aus dem letzten Jahrhundert. Viele kennen es als Ausblick aus dem CinemaxX-Multiplex. Das Gebäude ist nicht nur steinalt sondern auch denkmalgeschützt. Trotzdem kam Karstadt ein Plan, Weltstadt zu werden. Die benachbarten Häuser von Karstadt und Sinn Leffers sollten abgerissen bzw. entkernt werden und es wird eine riesige Shopping Mall an die alte Stelle gesetzt.

Baustelle April 2007

Vorher - Baustelle im April 2007

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