Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

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Die Helden in der Bochumer Jahrhunderthalle

Posted by Florian - 30. März 2008

Der vergangene Freitag war hart. Ich bin kurz vor fünf aufgestanden, war um sieben Uhr im Büro und hatte gerade mal fünf Stunden geschlafen. So weit, so gut. Abends hatte ich dann noch ein Konzert von „Wir sind Helden“ vor mir. Mein Motto: Mit Kaffee geht alles.

Die Anfahrt nach Bochum war einfach, die Jahrhunderthalle gut ausgeschildert. Kurz vor der Halle der übliche Stau, der Parkplatz war groß genug und die Gebühr von 2,50 EUR annehmbar. Insgesamt waren die Preise human, die Getränke auch zweifuffzich mit einem Euro Pfand.

Ich habe es das erste Mal auf einem Konzert erlebt, dass Ohrenstöpsel am Merchendising-Stand verkauft wurden. Also habe ich direkt zugeschlagen, was auch gut war. Die Akustik auf dem Konzert war genial. Die Bühnenshow einfach aber zweckmäßig. Die Jahrhunderhalle erinnert von außen an eine Mischung aus Kongress- und Einkaufzentrum. Von innen ist es eher eine Industriehalle. Die Halle ist so groß, dass vorn die Bühne aufgebaut ist und in der Mitte und hinten ungefähr sechs Stände mit Getränken aufgebaut sind.

Die Vorband „The Amber Light“ war ganz gut. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und ein Sänger, der sich zwar keine Texte merken muss, dafür aber die Akkorde im Griff hat. Die Texte waren sehr eingängig und man kann leicht mitsingen. Anders gesagt, die Texte passen auf eine Postkarte.

Die Helden waren geprägt von Judiths Erkrankung. Sie hat sich bereits am Anfang für ihre heisere Stimme entschuldigt und versprach, das mit einer besseren Show-Performance wieder wettzumachen. Was man als Konzertgänger bei den Helden lernt: Man muss mitmachen. Verschiedene Figuren sind möglich: Das Korallenriff, die winkende Hand, die Faust, etc. Nachdem diese Figuren kommuniziert und geübt sind, geht Judith nochmal kurz die weiteren Figuren durch und mir kam’s zunächst so vor, als ob es irgendetwas Improvisiertes darstellt. Später kam es zu einem Deja-Vu: „Nur ein Wort“ wird auch in einer gehörlosen Version dargeboten. „Dein Schweigen ist ein Zelt, stellst es mitten in die Welt…

Bei der ersten Zugabe bin ich fast eingeschlafen. Das meine ich auch nicht böse, ich war einfach zu müde als Judith eine leise Ballade geträllert hat. Bei der nächsten Zugabe gab es eine kurze Lesung aus dem Buch der Helden, was zunächst nicht jedem im Publikum gefallen hat.

Neben den Helden sind „Die Piloten“ auf der Bühne, die ein Band-in-Band-Erlebnis hinterlassen. Die drei Bläser sind so gut in die Lieder integriert, als ob es niemals anders war. Sie führen von Jazz über Pop bis Ska und treiben darüber hinaus noch eine verdammt gute Bühnen-Performance und Choreographie.

Alles in allem war das Konzert spitze, Judiths Krankheit fiel kaum ins Gewicht. Nur das Publikum war stellenweise nervig. Genau vor mir standen zwei Familienväter, die ihre kleinen Töchter genau in unsere Sicht halten mussten. Andererseits war ich nicht der Jüngste auf dem Konzert, darüber muss ich inzwischen dankbar sein.

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Fünf vor Zwölf in Gelsenkirchen: Grönemeyer in der Arena

Posted by Florian - 10. Juni 2007

Gestern durfte ich auf dem Grönemeyer-Konzert in Gelsenkirchen dabei sein. Ein genial-geiles Erlebnis, eine gute Abstimmung zwischen neuen und bekannten Liedern aus den letzten Alben „Zwölf“, „Mensch“, aber auch Klassikern wie „Bochum“ und letztlich auch „Currywurst“, ohne die Herbert nie aus der Arena gehen darf.

Die Stimmung bei der Vorband Clueso hielt sich in engen Grenzen. Das liegt nicht unbedingt an der Band, die durch „Chicago“ bekannt geworden ist. Sie gab sich Mühe und sprach das Publikum an, das auch etwas zurückgab. Allerdings klang in der letzten Reihe der Sound nicht ganz abgestimmt und hatte viel Echo, zudem war die Technik auf Sparflamme. Die Bühne war gut und gerne 150 bis 200 Meter breit, der Laufsteg ins Publikum läuft etwa 50 Meter und die Band nutzte eine Fläche aus, die Frau Hilton im Gefängnis zur Verfügung hat. Zudem war das Licht und die Videoanlage nicht aktiv.

Wer will denn auf solche Nebensächlichkeiten achten? Nach einer gefühlten halben Stunde Clueso hieß es erstmal warten. Bald kamen die ersten Sprechchöre und einzelne Rufe nach „Herbert“ auf. Schließlich haben sich die Leute im Innenraum mit La-Ola-Wellen die Zeit vertrieben, die durch das gesamte Stadion liefen: Vom Innenraum vorn nach hinten auf die Nordkurve, von dort in der Außenrunde nach vorne und dort in den Innenraum.

Nach zwei Werbespots kam eine riesige Video-Uhr zum Vorschein: Es ist fünf vor Zwölf. Die Uhr lief schließlich auf Zwölf und Herbert kam auf die Bühne und startete auf dem äußersten Ausläufer des Laufstegs, mitten im Publikum am Klavier mit Lied 6 – Leb‘ in meiner Welt des neuen Albums „Zwölf“.

Das Publikum gab Grönemeyer alles zurück. Alle gingen mit, konnten mitsingen, haben die Arme geschwungen und Feuerzeuge angemacht. Die Hymne auf das Ruhrgebiet, „Bochum“, wurde wie gewohnt durch das Steiger-Lied eingeleitet. „Ohne dich“ und „Spur“ sind weitere Lieder des neuen Albums.

Als es zu „Mensch“ kam, war das Publikum endgültig euphorisiert: Das Publikum sang nicht nur mit, sang nicht nur statt Herbert, es sang ach weiter als Herbert Grönemeyer schon längst das nächste Lied singen wollte. Er gab sich der Mehrheit und sieg noch in eine Freestyle „Mensch“-Version ein. Als er schließlich nach 90 Minuten zum ersten Mal von der Bühne ging, schrien die Fans, feierten, sangen, tanzen. Bis Grönie endlich wieder kam… und mit der Aussage, er würde nicht „Currywurst“ in der Zugabe singen, förmlich ausgepfiffen wurde.

Die Zugabe brachte Schmuseklassiker wie „Flugzeuge im Bauch“, nach dem zweiten Abtritt gab es immer noch keine „Currywurst“. Die dritte Zugabe brachte in verteilten Chören mit dem rechten und linken Flügel des Stadions „Zeit das sich was dreht“, wie vom Publikum schon vorher gewünscht. 60.000 Menschen, die etwas drehen. Aber ganz zum Schluss durfte man „Currywurst“ singen.

Meine Videos sind leider maximal 30 Sekunden lang, da meine Foto-Kamera beschränkt ist. Schaut mal auf YouTube nach Grönemeyer, da findet man noch einiges anderes.

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