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Zehn Jahre Winamp, Winamp ferngesteuert

Posted by Florian - 10. Oktober 2007

Ich war ein jung, viel jünger als jetzt, als ich MP3 entdeckt habe. Seit diesen Jahren ist MP3 immer verbunden mit einem Programm: Winamp von Nullsoft. Es konnte anfangs MP3, jetzt ist es ein komplettes Media-Center.

Die heute erschienene Version Winamp 5.5 ähnelt Vorbildern wie iTunes oder AmaroK und hat zum ersten mal ein Ein-Fenster-Konzept, in dem sich die verschiedenen Listen anzeigen lassen. Was ist besondern schön finde, ist die Zusatzsoftware Winamp Remote, die Medien vom heimischen Rechner an alle Geräte streamt, die Internet haben: Meine Wii, mein Handy, wenn ich beim Kollegen bin.

Solche Lösungen gab es früher zwar auch, aber es ist überraschend wie einfach die Einbindung ist. Mit dem Handy im lokalen Netzwerk streamt der Rechner auch nur im lokalen Netzwerk. Videos werden so aufbereitet, dass mein Handy sie anzeigen kann. Über eine Weboberfläche kann ich „wie am Rechner“ auf meine Medien und Playlists zugreifen.

Aber was ist nicht alles in den letzten 10 Jahren passiert:

Mike das Llama hat mich begleitet über die steinige Version 1.x, die auf meinem Pentium 200 MHz lief. Damals, 1997. Man konnte die Software für 10$ kaufen, es lief aber auch so. Shareware, heutzutage vielleicht nicht jedem ein Begriff.

Das Llama hat es in Version 2.x geschafft, die viel flüssiger und stabiler lief. Äußerlich hat sich nicht viel verändert, unter der Haube soll ziemlich alles geändert und optimiert worden sein. Neue Formate wurden unterstützt, es gab auch MP3-Dateiausgabe. Somit hatte man ziemlich billig ein MP3-Konverter an der Hand. 2000 war es der am meisten verbreitete Media-Player. Damals hatte ich auch ein Winamp 2-Skin vom Spiel Counter Strike gemacht, das es heute allerdings nicht mehr gibt.

Als Nullsoft 1999 von AOL aufgekauft wurde, war es mir etwas mulmig. Die eher studentisch organisierte, offene Struktur an losen und festen Mitarbeitern sollte sich einem Medien-Konzern beugen.

Winamp3 war dann schließlich ein CPU-strotzender GUI-Gigant, der mehr Wert auf Aussehen als auf Stabilität lag. Transparenz, stufenloses Zoomen, vektorbasierte Grafik, XML-basierende Skins und interaktive Oberfläche, das war Hauptmerkmal der 3er-Serie. Dass es nicht nur anfangs zu regelmäßigen Abstürzen kam, sei nur am Rande erwähnt. Das Konzeot von mehreren unterschiedlichen Fenstern für Hauptsteuerung, Playlist und Media-Bibliothek hat sich bis jetzt gehalten.

Eine Version 4 gab es nie. Da Version zwei und drei nebeneinander weiterentwickelt wurden, ohne kompatibel zu sein, hat man eine Version 5 herausgebracht (zwei plus drei gleich fünf). Diese hatte allerdings anfangs die Kinderkrankheiten von drei geerbt.

Man merkt an Kindern, dass man alt wird. Oder Filmen. Oder eben Programmen.

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