Reise nach Jerusalem

Florians persönlicher Blog

Posts Tagged ‘Walzer’

5. Philharmonischer Ball in Essen

Posted by Florian - 12. März 2009

Wie kann man einen großen Ball organisieren? In Essen hat man Erfahrung damit. In diesem Jahr fand der fünfte Philharmonische Ball in der Essener Philharmonie statt. Zahlreiche Prominente und Politiker sowie die High Society und der Mittelstand von Essen treffen sich einmal im Jahr in Abendgarderobe und feiern einen rauschenden Abend in Walzer und Swing-Boogie. Insgesamt waren es in diesem Jahr wieder fast 1500 Besucher.

Am 27. Februar 2009 begann der Ball pünktlich um 22 Uhr mit dem Konzert, das nicht durch den neuen Intendanten Johannes Bultmann eröffnet werden konnte, da er mit Grippe im Bett bleiben musste. Auch Michael Kaufmann, der in früheren Jahren immer eröffnete, war aus verständlichen Gründen nicht anwesend. Die Aufregung über seine Absetzung als früherer Intendant hält immer noch an.

Den Auftakt in dieser Nacht um fast 23 Uhr hatten die 80 Debütanten der Tanzschule Lenz – auch ich war damals Debütant, als diese noch von der Tanzschule Overrath gestellt wurden. Weitere Höhepunkte des Abends waren die Tänzer des Grün Gold Bremen und das Tanzpaar Markus Weiss und Isabel Edvardsson.

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Der vierte Philharmonische Ball in Essen

Posted by Florian - 16. März 2008

Am 29. Februar 2008 gab es den Ball in der Philharmonie Essen zum vierten Mal. Wie im letzten Jahr gab es zwei Kapellen im großen Alfried-Krupp-Saal im eine Jazz-Kapelle im RWE-Pavillon. Allerdings gab es auch manches, was nicht wie im letzten Jahr war.

Die Besucherzahl hat sich von 1600 auf 1800 erhöht. Für mich neu in diesem Jahr ist der dritte Saal in der zweiten Ebene des Saalbaus. Neu ist auch, dass nicht Tanzschule Overrath sondern Tanzschule Lenz die Debütanten stellt. Im letzten Jahr war ich einer der Debütanten. Und ich war sowas von im Eimer durch Grippe in diesem Jahr.

Die diesjährigen Debütanten hatten nach einem zügigen Einmarsch eine sehr schöne Choreographie, die Tanzpaare war jung aber trotzdem sehr koordiniert und diszipliniert. Sage und schreibe drei WDR Teams (.u.a „A40“) waren an dem Abend den Debütanten und dem Ball auf der Spur, dazu noch zahlreiche Vertreter der Lokalpresse.

Und wie es sich gehört, gab’s wieder Bürgermeister und Industrielle, Kleider und Anzüge.

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„Alles Walzer…“ beim Philharmonieball in Essen

Posted by Florian - 4. März 2007

Ich gehöre zu den glücklichen vierzig Debütanten-Paaren beim Ball in der Essener Philharmonie, der am 2. März 2007 stattgefunden hat. Es ist ziemlich anstrengend. Vor allem nervt einen das Üben mit der Zeit, da die Termine jeden Sonntagmorgen in der Tanzschule waren. Wir haben seit September geübt, sieben Monate lang. Den Einmarsch, die Quadrille und den Wiener Walzer.

Schließlich war es so weit, der große Tag ist gekommen. Ich stecke in meinem 300-Euro-Anzug, meine Freundin im geliehenen Brautkleid, noch schnell einen Happen gegessen und um 17 Uhr müssen wir da sein.

  • 17:00 Uhr, Künstlereingang an der Philharmonie

Wir kommen mit dem Taxi an und entdecken unsere Tanzlehrer, so falsch sind wir also nicht. Im Probensaal ist unsere Umkleide hergerichtet, Frauen haben einen abgetrennten Bereich, die Jungs können sich ruhig in aller Öffentlichkeit bis auf die Unterhose ausziehen. Habe ich „Gleichberechtigung“ gehört? 🙂 Ein Fernsehteam des Westdeutschen Rundfunks ist uns auf den Fersen.

Die Frauen werfen sich in die teilweise sehr ausladenden und reichlich verzierten Kleider, manche Jungs vertreiben sich die Zeit mit Kartenspielen. Das Alter der Teilnehmer ist unterschiedlich: von 17 bis 37 ist alles vertreten, Singles, Paare, Eheleute.

  • 19:00 Uhr, Alfried Krupp Saal in der Philharmonie

Die erste Generalprobe mit Orchester. Der Einmarsch ist sehr langsam. Wir kommen kaum vom Fleck. Das geht in den Rücken, meiner Freundin in die Füße. Ihre Tanzschuhe sind etwas zu eng und die Füße werden nicht kleiner mit der Zeit. Das Geübte sitzt, die Koordination ist noch nicht optimal. Allerdings ist nach dem Einmarsch das Orchester etwas zu schnell, was uns sehr überrascht und so kommen wir deutlich aus dem Tritt bei der anschließenden Quadrille.

Diese eine Probe muss ausreichen. Das Orchester geht in ihre Umkleiden um Anzug und Uniform anzuziehen, wir üben den Einmarsch nochmal mit dem Tonband. Schmerzen und Anspannung nehmen zu. Nachdem der Teil absolviert ist und wir die endgültige Startaufstellung erreicht haben, kommt erstmal ein Fototermin auf der Treppe. Leider haben drei Paare es nicht geschafft und können nicht mittanzen, da sie überzählig sind.

  • 20:00 Uhr, irgendwo in der Philharmonie

Wir müssen warten. Wer will, besucht das Künstler Foyer („KüFo“), bleibt in der Umkleide oder läuft irgendwo in den Katakomben herum. Damen, die ein eigenes Kleid mitgebracht haben, dürfen sich umziehen und zum Zeitpunkt des Einlasses auch unter den Gästen herumlaufen. Mache haben die ganze Verwandtschaft eingeladen. Ich genehmige mir ein paar belegte Brötchen und etwas warme Cola im KüFo.

  • 21:00 Uhr, das Foyer der Philharmonie

Der Einlass hat begonnen. Die Menschen mit Rang und Namen finden in Abendgarderobe den Weg zu dem gesellschaftlichen Ereignis in Essen. Wer mag und wer es braucht, bekommt im Foyer von unseren Tanzlehrern nochmal einen Crashkurs im Wiener Walzer. Ansonsten wird der Champagner zu 12 Euro an den Stehtischen getrunken, man besetzt die Tische, die teilweise nur mit Glück und Beziehung zu buchen sind.

Wir bekommen die Ansage, dass wir um 22:05 Uhr im Probesaal anwesend sein müssen um dann zum großen Saal geführt zu werden.

  • 21:40 Uhr, Probesaal im zweiten Stock

Die letzten Frauen kommen, um ihr offizielles Ballkleid wieder anzuziehen. Es kommt zum ersten mal etwas wie Lampenfieber auf. Die Männer bekommen jetzt auch eine Rose ans Revers, die frischen Blumensträuße werden unter den Frauen verteilt. Wir warten gebannt darauf, abgeholt zu werden. Der Ablauf hängt um drei bis vier Minuten.

Endlich werden wir von zwei Angestellten der Philharmonie abgeholt. Unten kommt unsere Tanzlehrerin zu uns, die Aufregung nimmt zu. Geplant war der Einmarsch für 22:30 Uhr. Wir hängen im Zeitplan. Ein Fotograf macht Paar-Fotos von jedem Pärchen. Eine Angestellte der Philharmonie mit schickem Gucci-Täschchen steht per Funk mit der Regie in Kontakt. Im Täschchen ist gerade mal das Funkgerät, die sperrige Antenne schaut heraus und mit dem Knopf im Ohr und dem Mini-Mikrophon hat sie auf dem zweiten Blick Ähnlichkeit mit einer Personenschützerin oder einer Geheimdienstagentin.

  • 22:35 Uhr, vor dem Alfried Krupp Saal

Wir versuchen, Ruhe zu bewahren. Der Saal ist komplett befüllt. Die gesamte Fläche unten, alle beiden oberen Ränge, die Leute stehen teilweise. Alle möchten uns sehen. Schließlich öffnen sich die Türen und die Musik, die wir seit einem halben Jahr auswendig kennen, dringt heraus. Wie in Trance fangen wir an zu laufen. Im Gleichschritt links, rechts, links, rechts. Reflexartig hat sich ein Lächeln in meinem Gesicht fest gebissen. Kameras, Fotoapparate, Vertreter der Tageszeitungen, des WDR, offizielle Fotografen der Tanzschule und der Philharmonie, der Bürgermeister der Stadt, viele Privatpersonen, alle Augen auf uns. Und ich lächele.

Die Angst, dass die beiden Linien, die synchron einziehen, sich nicht abstimmen können, da der Abstand von ungefähr 40 Metern zu groß ist oder Personen die Sicht verdecken, ist unbegründet. Es sind auch keine Debütanten gefallen, zumindest habe ich keine fallen sehen. Keine Beulen laufen, gerade Reihen halten, nicht den Anschluss verlieren, links, rechts, links, rechts, lächeln, links, rechts.

Der Saal ist bis unters Dach gefüllt: 1750 Personen sind zum Einmarsch der Debütanten anwesend. Die Aufstellung nach dem Einmarsch ist in Ordnung, jetzt bloß nicht wieder zu schnell bei der Quadrille. Die läuft vollautomatisch ab. Das Gelernte spult sich wie ein Programm ab, kein Gedanke an Ausrutschen oder Fehltritte. Auch der Wiener Walzer danach macht keine Probleme. Jetzt kommt mein Angst-Augenblick. „Alles Walzer!“ Es gibt vier Reihen, die beiden äußeren Reihen sollen jeweils eine Person aus dem Publikum zum Tanz auffordern. Fremde Menschen. Und ich stehe in der äußeren Reihe.

Ich suche mir die sympatischste Frau heraus, die in der Nähe sitzt. Es ist ihr erster Besuch des Philharmonischen Balls, genau wie meiner. Die Tanzfläche füllt sich. Alle Personen versuchen nun, ihr Stückchen auf der Tanzfläche zu reservieren, bald reicht der Platz nicht einmal zum Drehen und man kann nur noch hin und her wiegen. Der Tanz ist nach drei Minuten vorbei und ich habe es geschafft.

  • 23:00 Uhr, Champagner-Stand

Jetzt kann ich mich beruhigen. Das Gröbste ist hinter mir. Für die Aufregung habe ich Verzehrkarten, Backstage-Karten (für die Garderobe), Platzkarten (im obersten Rang mit Sichtbehinderung) und Flanierkarten zum Tanzen. Eine Komplettausstattung, die ich mir sonst mit Geld nicht hätte leisten können.

Die Nacht wurde noch lang. Die zwei weiteren Show-Punkte habe ich mir angesehen. Da erst begreife ich, dass wir auch im Rampenlicht standen. Wie es von außen aussieht, wie groß der Saal ist und wie konzentriert man arbeiten muss. Bis morgens um drei Uhr wurden Walzer, Cha-Cha, Rumba, Foxtrott und Tango getanzt. Ein außergewöhnlicher Abend, der viel zu schnell vorbei ging. Ein gesellschaftliches Ereignis, auf dass wir uns ein halbes Jahr lang vorbereitet haben.

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